FAQ

Ihre Fragen freuen uns. Jede Frage, die idealerweise auch die Allgemeinheit interessiert, verdient eine entsprechende Antwort und hilft unsere Botschaft in die Welt zu tragen.

88% der Fläche sind Naturzone ohne menschlichen Eingriff. Hier wird die natürliche Prozessdynamik zugelassen, der Mensch ist nur Beobachter und Gast. Unser Motto: „Wildnis bewahren und sekundäre Wildnis wieder entstehen lassen“.

Das 4 km2 große Herz des WGD stellte Albert von Rothschild 1875 unter seinen Schutz. Es ist eine Primärwildnis und der letzte große Urwaldrest des Alpenbogens (montaner Bergmischwald mit ca. ⅓ Rotbuche, ⅓ Tanne und ⅓ Fichte). Durch Pollenanalysen aus Bodenproben wurde die kontinuierliche Bewaldung nach der letzten Eiszeit wissenschaftlich bestätigt. Der Zutritt ist reglementiert (entweder geführte Wanderungen oder nur auf markierten Wegen) und auch die Forschung unterliegt strengen Auflagen.

Details und Highlights können Sie hier downloaden: Eckdaten Wildnisgebiet Dürrenstein

Das Wildnisgebiet ist ein sehr wichtiger Genpool. Täglich verschwinden durch das Handeln des Menschen u.a. Tier- und Pflanzenarten von unserem Erdball, oftmals ohne sie je entdeckt zu haben. Fast jede unserer Entscheidungen hat Auswirkungen auf unsere Umwelt und damit auf unsere Lebensgrundlagen.

Durch ein Zurücknehmen der anthropogenen Anforderungen lassen wir zu, dass die Natur sich Flächen zurückerobert, evolutionäre Prozesse von uns weitestgehend unbeeinflusst ablaufen und eine angepasste, reiche Diversität erhalten bleibt, die auch zum Überleben der Menschheit beitragen wird. Nur diese Vielfalt wird in der Zukunft die Lösungen für Fragen bringen, die heute noch gar nicht gestellt werden, weil wir sie sich noch nicht stellen (können), weil wir sie noch gar nicht kennen. In letzter Konsequenz hängt die Existenz der Menschheit von einfachen, grundsätzlichen, ökologischen Regelkreisläufen ab. Das Zulassen dieser Ökosystemleistungen bildet die Grundlage für das (Über)Lebender kommenden Generationen. 

Nach der Eiszeit entwickelten sich die Buchenwälder zur dominanten Waldgesellschaft für große Teile Europas. Buchen bildeten oftmals sogar die Baumgrenze. Mit den Buchen breiteten sich auch viele weitere Lebewesen aus, wodurch diese eine Baumart die Lebensgemeinschaften eines ganzen Kontinenten maßgeblich beeinflusst.

Durch die Urbarmachung unserer Landschaft wurden im Laufe der Jahrtausende große Flächen an Wäldern gerodet und der Waldanteil wurde in vielen Ländern weit unter 50 % gedrückt. Das Waldbild und die Baumartenzusammensetzungen änderten sich infolge des menschlichen Einflusses. Abgesehen davon, wurden, wo es möglich war, Buchen durch rascher wachsende Baumarten, insbesondere die Fichte, die sich zum „Brotbaum“ der Forstwirtschaft entwickelt hat, ersetzt und verdrängt bis nur mehr ein Bruchteil der ursprünglichen Buchenwälder erhalten blieb.

Buchenwälder in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen boten einer Vielzahl von Lebewesen Lebensraum. Durch das Zurückdrängen der Buche verloren viele Arten ihre Existenzgrundlage: ein gutes Beispiel dafür ist der Habichtskauz, der im letzten Jahrhundert in Österreich ausgerottet wurde und jetzt u. a. im Wildnisgebiet wieder angesiedelt wird. Um erfolgreich brüten zu können, benötigt diese Eulenart Kleinsäuger, speziell Mäuse. Diese Kleinsäuger hängen wiederum von den Früchten der Buche (Bucheckern ab). Ohne ausreichend Buchen gibt es keine Bucheckern und ohne Bucheckern gibt es zu wenige Mäuse und damit keine erfolgreiche Brut beim Habichtskauz.

Mehr Informationen zu den Buchwäldern erhalten Sie hier: Weltnaturerbe Buchenwälder

Unbeeinflusste, intakte Buchenwälder sind heute extrem rar geworden. Besonders seit dem Mittelalter wurden die Waldflächen in den Tallagen zugunsten von Landwirtschaft und Siedlungsraum gerodet. In Mittel- und Westeuropa wurden die Waldflächen zunehmend technisch erschlossen und forstwirtschaftlich genutzt. Nur im Dinarischen Gebirge, Balkan und den Karpaten konnten sich großflächige (>1000 ha) Buchen-Urwaldgebiete erhalten. 99,9% der Wälder wurden leider so stark überprägt, dass sie keine resistenten Ökosysteme mehr sind. Darüber hinaus sind die meisten Überbleibsel auch noch in Gefahr zerstört zu werden. 

Sowohl die stoffliche (Sägeholz, Papierindustrie) als auch die energetische (Brennholz, Hackschnitzel) Nachfrage nach Holz steigt weiterhin in Europa. Mithilfe von westeuropäischen Investoren wird die Erschließung und Nutzung der Wälder in Süd-Osteuropa rasch vorangetrieben. Ein Verlust dieser Wälder hätte schwere Konsequenzen zu Folge und könnte nicht rückgängig gemacht werden.

Mehr Informationen zu den Buchenwäldern erhalten Sie hier: Weltnaturerbe Buchenwälder

Unwissenschaftlich:

  • vom Buchenreinbestand (insbesondere in Lawinengängen) bis zum Buchen-Fichten-Tannen-Wald mit unterschiedlichsten Mischungsverhältnissen.

Wissenschaftlich:

  • Braunerde-Buchenwald (hier herein fallen im Wesentlichen auch die Buchen-Fichten-Tannen-Wälder)
  • Mitteleuropäischer subalpiner Buchenwald mit Ahorn
  • Trockenhang_Kalkbuchenwälder (Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald)

Mehr Informationen zu den Buchenwäldern erhalten Sie hier: Weltnaturerbe Buchenwälder

Das Wildnisgebiet Dürrenstein ist ein kleiner Baustein, im Bestreben auf ökologisch wertvollen Flächen Natur sich selbst zu überlassen. Der Mensch ist hier nur Beobachter und Lernender. Ziel der Anerkennung ist es ökologisch besonders wertvolle Flächen so zu schützen, dass die Natur in ihrer ursprünglichsten Form auch für die nächsten Generationen erhalten bleiben.

Für das Wildnisgebiet Dürrenstein bedeutet dies eine hohe Auszeichnung und Anerkennung. Weltweit gibt es nur 206 als Weltnaturerbe gelistete Schutzgebiete, wie Yellowstone, Galapagos, der Serengeti und andere, namhafte Naturgebiete. Für uns in der Schutzgebietsverwaltung heißt es, dieser hohen Auszeichnung auch weiterhin gerecht zu werden.

Die Auszeichnung hat einen Mehrwert für die gesamte Region, da das Wildnisgebiet bzw. das Weltnaturerbe als integratives Element für das südwestliche Niederösterreich, das gerade in einer sich ändernden „Tourismuslandschaft“ als „Zugpferd“ gesehen werden kann. Es gilt, die gesamte Region zu stärken, ohne aber das Wildnisgebiet und damit das Weltnaturerbe stärker zu belasten.

Als serielles Welterbe stärkt die Anerkennung außerdem das Bewusstsein die für alle Buchenwaldflächen und verbessert damit deren gemeinsame Schutzmöglichkeiten. 

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten das Wildnisgebiet hautnah zu erleben. Beispielhaft sei hier nur der (Tablet-geführte) Eulenerlebnisweg im Steinbachtal oder der Tremmelsteig angeführt. Auch auf den Gipfel des Dürrenstein führen markierte Wanderwege. Bitte beachten Sie aber, dass auf allen Wegen ein strenges Wegegebot gilt.

Über limitierte, geführte Wanderungen gelangt man auch tief ins Innere des Wildnisgebietes und somit ins Weltnaturerbe. Diese Exkursionen finden im Rahmen unseres Bildungsauftrages statt und sind auf wenige Termine mit niedrigen Teilnehmerzahlen beschränkt. Dafür bitten wir um Verständnis, denn die wichtigste Aufgabe der Schutzgebietsverwaltung ist der Schutz dieses Naturjuwels. Alles andere müssen wir diesem Ziel untergeordnet.

Im Bereich „Wildnis erleben“ finden Sie einen Überblick über alle Erlebnisse.

Ja und nein. Das Wildnisgebiet Dürrenstein erstreckt sich über 3.500 Hektar. Den interessierten Besuchern steht daher eine große Anzahl an gut markierten, anspruchsvollen Wanderwegen und Gipfelzielen offen.

Der Zutritt zum 400 Hektar großen Rothwald, dem eigentlichen UNESCO Weltnaturerbe, ist aus verständlichen Naturschutzgründen und aufgrund des uns auferlegten, wissenschaftlichen Forschungsauftrages leider nicht möglich. Im Bereich „Wildnis erleben“ finden Sie die schönsten Wanderungen ins und rund um das Wildnisgebiet.

Das Wildnisgebiet Dürrenstein, seit 2017 UNESCO-Weltnaturerbe, ist ebenso ein Aushängeschild für das Naturland Niederösterreich, wie es das „Haus der Wildnis“ sein wird. 

Dieses Weltnaturerbe-Zentrum in Lunz am See (Eröffnung Frühjahr 2021) soll den besonderen Wert vom Wildnisgebiet Dürrenstein für nachfolgende Generationen zeigen und Bewusstsein für unwiederbringliche Naturschätze schaffen.

Ausgangspunkt der darin gezeigten Ausstellung wird die Entstehung des Urwaldes sein. Auf 700 m2 werden durch teils interaktive Elemente der „Rothwald“, die Vielfalt der Wildnis mit Luchs und Habichtkauz sowie der Facettenreichtum an Pflanzenarten den Besuchern nähergebracht.

Für Kinder und Jugendliche ist eine Forschungswerkstatt geplant, in welcher sie bei den „Science Days“ und „Science Weeks“ selbstständig „forschen“ können.

Das „Haus der Wildnis“ trägt nicht nur die Schönheit unseres Naturjuwels in die Welt hinaus, es ist gleichzeitig auch Wissensschmiede und Forschungsstützpunkt.

Mehr Informationen zum Haus der Wildnis finden Sie hier: Haus der Wildnis 

Zu allererst, vielen Dank für ihr Interesse unsere Arbeit zu unterstützen.

Ganz gleich ob als Privatperson oder als Unternehmen; es gibt zahlreiche Möglichkeiten. Einen guten Überblick darüber erhalten Sie im Bereich „Wildnis unterstützen

Sind noch Fragen offen geblieben?

Schreiben Sie uns bitte eine E-Mail, wir bemühen uns, rasch zu antworten: office@wildnisgebiet.at

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