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Das Wildnisgebiet

Das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal bewahrt mit dem Urwald Rothwald den größten Urwaldrest des gesamten Alpenbogens und ist seit 2017 UNESCO-Weltnaturerbe.

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Haus der Wildnis

Dem Urwald so nah wie nie! Das Haus der Wildnis und seine Ausstellunggeben dank moderner Technik einmalige Einblicke in den größten Urwald des Alpenbogens.

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Klimapartnerschaft

Die Belastung unseres Planeten auf ein global verträgliches Maß zu senken, ist die größte Herausforderung dieses Jahrhunderts.

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Information

Die Schutzgebietsverwaltung des Wildnisgebietes Dürrenstein-Lassingtal hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen eine emotionale Verbundenheit mit der Natur zu ermöglichen.

Das war die Lange Nacht der Forschung 2024

Wildnisgebiet
Artikel
Zum ersten Mal nahm das Wildnisgebiet an der Langen Nacht der Forschung teil und präsentierte einige der laufenden Forschungsprojekte.

Am 24. Mai ging mit der Langen Nacht der Forschung Österreichs größtes Event zu Wissenschaft, Forschung und Innovation über die Bühne. In Niederösterreich wurde an 30 Standorten mit über 300 Stationen ein vielfältiges Programm geboten. Auch am ecoplus Technopol Wieselburg luden Forscher*innen zu einem spannenden Blick hinter die Kulissen. 1.800 Besucherinnen und Besucher informierten sich an den 41 Stationen zwischen 17.00 und 23.00 Uhr und ließen die Lange Nacht der Forschung am Technopol Wieselburg zum vollen Erfolg werden.

Das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal war erstmals am Standort LMTZ des Francisco Josephinums vertreten. Präsentiert wurden drei aktuell laufende, spannende Forschungsprojekte des Wildnisgebiets und natürlich durften unsere VR-Brillen auch nicht fehlen:

Erforschung der Artenvielfalt xylobionter (= holzbewohnender) Käfer

Totholz ist ein essentielles Element im Ökosystem Wald. Es erfüllt eine wichtige Rolle als Wasserspeicher, Verbissschutz, in der Naturverjüngung und letztendlich stellt es auch einen Lebensraum für zahlreiche darauf angepasste Tierarten dar. Die Larven der xylobionten Käfer entwickeln sich oft Jahre im Totholz bis sie als adulter Käfer das Tageslicht erblicken. Die Larven übernehmen neben den Zersetzerpilzen also einen wichtigen Teil bei der Zersetzung des Totholzes, wodurch sich der Nahrungskreislauf im Waldboden wieder schließt. Außerdem stellen sie eine wichtige Nahrungsquelle dar. Viele Spechtarten, wie der Weißrückenspecht, der Grauspecht oder auch der Dreizehenspecht, sind auf diese Larven als Nahrung angewiesen. Kein Wunder also, dass Österreichs seltenste Spechtarten im Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal in hoher Dichte auftreten! Da das Wildnisgebiet einen besonders hohen Schutzstatus genießt, ist besonders bei den Forschungsmethoden Kreativität gefragt, um das Ökosystem so schonend wie möglich zu behandeln. Für gewöhnlich werden die Käfer nachts mit einer Leuchte zu einer Kreuzfensterfalle gelockt, wo sie anschließend in eine Alkohollösung fallen und so im Labor bestimmt werden können. Das Abtöten der Organismen ist jedoch mit den Auflagen des Wildnisgebiets nicht vereinbar, weshalb anstatt der Alkohollösung ein Sack mit Eierkartons zum Einsatz kommt. Die Tiere werden lebend gefangen, von den Forscher*innen noch vor Ort bestimmt und wieder frei gelassen.

Zusätzlich wurden weitere Methoden, wie Leuchttürme und Insektensauger zum Fangen und Bestimmen von Insekten vorgestellt.

Das gemeinschaftliche 'XYLOS' Projekt der Großschutzgebiete Niederösterreichs (Nationalpark Donau-Auen, Nationalpark Thayatal, Biosphärenpark Wienerwald und Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal) widmet sich ganz der Erfassung, Verwaltung und Darstellung der Biodiversität.

Mitarbeiterin Laura Renner klärt über die wichtigen Funktionen des Totholzes im Wald auf. © M. Schafranek

Borkenkäfermonitoring

Seit Anbeginn findet im Wildnisgebiet ein Borkenkäfermonitoring statt. Hierzu werden Borkenkäferfallen, die Pheromone (= Lockstoffe) im Gebiet angebracht und so die Anzahl, Vermehrung und Flugrouten von Kupferstecher und Buchdrucker analysiert. Borkenkäfer zieren aktuell unsere Schlagzeilen, da sie besonders in Fichtenmonokulturen großen wirtschaftlichen Schaden anrichten, der auch durch den Klimawandel angetrieben wird. Da das Wildnisgebiet eine natürliche Waldgesellschaft mit hoher Biodiversität aufweist, erfüllt der Borkenkäfer im Wildnisgebiet lediglich seine Rolle im Ökosystem. Verschiedenste Faktoren spielen zusammen, sodass sich die Borkenkäferpopulationen in Balance halten und nicht überhand greifen. Die Wildnis lässt also einen neuen Blickwinkel auf den gefürchteten Käfer zu!

Der Borkenkäfer ist kein Schädling im Wildnisgebiet. © M. Schafranek

Die Schutzgebietsverwaltung bietet übrigens eine spannende Exkursion zum Thema Borkenkäfer an:

Borkenkäfer im Ökosystem Wald - Eine Exkursion im Wildnisgebiet

Habichktskauz-Wiederansiedelung

Ende des 19. Jahrhunderts galt der Habichtskauz als ausgestorben. Grund hierfür waren die direkte Verfolgung des Menschen und Lebensraumverlust. Unsere größte Waldeule braucht nämlich besonders große Bruthöhlen, die sie nur in sehr alten Rotbuchen findet. Da der Habichtskauz an der Spitze der Nahrungskette steht und so eine wichtige Schlüsselrolle als Regulator des Ökosystems spielt, startete 2009 ein Wiederansiedelungsprojekt mit Kooperation des Biosphärenparks Wienerwald und der Veterinärmedizinischen Universität. Jede Saison werden einige Jungvögel in das Gebiet entlassen und zuvor besendert, um ihre Flugrouten zu verfolgen. So konnte auch festgestellt werden, dass ein Austausch zwischen den Populationen im Wienerwald und in Bayern stattfindet. Zu Beginn wurden im Wildnisgebiet etwa 100 Nistkästen zur Unterstützung der Wiederansiedelung angebracht, die jährlich zweimal kontrolliert werden, die Methoden hierzu und Videos der Nistkästen wurden auch bei der Langen Nacht der Forschung dargestellt.

Mehr zum Habichtskauzprojekt hier: Wildnisgebiet - Rückflug-Ticket für den Habichtskauz

Neben der Vorstellungsmethoden zur Habichtskauzwiederansiedelung konnte auch ein Habichtskauzflug mit unseren VR-Brillen gemacht werden. © M. Schafranek

Mehr zur Forschung im Wildnisgebiet hier: Wildnisgebiet - Forschung

Wir bedanken uns bei allen neugierigen Besucher*innen für die interessanten Gespräche und freuen uns bereits auf die nächste Lange Nacht der Forschung!

Die Schutzgebietsverwaltung Wildnis Dürrenstein-Lassingtal