Stimmen der Wildnis - Ein Festival für Mensch und Natur
24. bis 26. April 2026 - Museum Niederösterreich, St. Pölten
Das Parlament der Wildnis als demokratischer Denkraum
Ökosysteme äußern sich nicht in Worten. Sie zeigen sich durch Veränderungen, durch Dynamiken und durch ihre räumliche und akustische Präsenz. Diese Signale geben Hinweise auf ökologische Zusammenhänge und auf Entwicklungen, die oft erst über lange Zeiträume sichtbar werden.
Die Veranstaltungsreihe „Stimmen der Wildnis“ greift diese Perspektive auf. Sie eröffnet einen Raum, in dem Wildnis nicht als Kulisse verstanden wird, sondern als eigenständiger Akteur. Im Mittelpunkt steht das Parlament der Wildnis, 26. April 2026, ein Konzept, das Natur als Trägerin eigener Rechte in den gesellschaftlichen Diskurs einbringt.
Ökosysteme als Rechtssubjekte
Das Parlament der Wildnis basiert auf der Anerkennung von Ökosystemen als Rechtssubjekte. Sie besitzen ein vom Menschen unabhängiges Existenzrecht. Daraus ergeben sich das Recht auf Bestand, auf Erhalt ihrer Lebenszyklen sowie auf Regenerierung ihrer Strukturen und Funktionen.
Um diese Rechte dauerhaft zu sichern, müssen geeignete klimatische Rahmenbedingungen gegeben sein. Schutz bezieht sich dabei nicht auf einzelne Elemente, sondern auf ökologische Zusammenhänge und Prozesse.
Ein zentrales Anliegen lautet, dass Ökosysteme das Recht haben, sich räumlich, visuell und akustisch zu entfalten. Dieses Recht schützt nicht nur die Natur selbst. Es wahrt auch das Recht des Menschen, sich als Teil dieser Natur wahrzunehmen und einzuordnen.

Das Parlament der Wildnis
Das Parlament der Wildnis versteht sich als symbolischer und zugleich strukturierter Raum. Es zeigt, wie Natur im demokratischen System vertreten werden kann. Als zusätzliche Kammer ergänzt es bestehende Institutionen und erweitert den politischen Blick um ökologische Langfristigkeit.
Das Parlament spricht kollektiv für die Natur. Keine einzelne Person und keine Institution kann allein für ein Ökosystem sprechen. Diese gemeinsame Verantwortung ist Voraussetzung dafür, Vielfalt und Komplexität abzubilden.
Strukturell gliedert sich das Parlament in mehrere Organe. Die Präsidentin erstellt die Tagesordnung und begleitet den Prozess. Senatorinnen und Senatoren vertreten die junge Generation und sind stimmberechtigt. Delegierte bringen Anträge ein. Expertinnen und Experten unterstützen die Einordnung. Das Publikum beteiligt sich durch Diskussionsbeiträge.
Ökologische Anliegen werden in Form von Dossiers verhandelt. Daraus entstehen Forderungen, die als Rufe der Wildnis formuliert, öffentlich vorgestellt und an politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger weitergegeben werden.
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Präsidentin des Parlaments der Wildnis
Irmgard Griss, Juristin und ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofes, übernimmt die Rolle der Präsidentin des Parlaments der Wildnis. Sie bringt langjährige Erfahrung aus Rechtsprechung und öffentlichem Diskurs ein.
In dieser Funktion steht sie für Dialog, für Abwägung und für die Suche nach gemeinsamen Lösungen im Verhältnis von Mensch und Natur. Ihre Rolle verdeutlicht, dass ökologische Fragestellungen kein Randthema sind, sondern Teil gesellschaftlicher Verantwortung.
Wissenschaftliche Perspektiven aus der Wildnis
Im Rahmen von „Stimmen der Wildnis“ bringt Ramona Schmidt, MSc, wissenschaftliche Perspektiven aus der Schutzgebietsverwaltung des Wildnisgebietes Dürrenstein‑Lassingtal in das Parlament der Wildnis ein. Als wissenschaftliche Leiterin des Hauses der Wildnis vertritt sie dort Wildnis als ökologischen Referenzraum ohne steuernden Eingriff.
Im Parlament der Wildnis bringt sie diese Perspektive zu Beginn der Sitzung ein und macht sichtbar, warum unbeeinflusste Ökosysteme für das Verständnis von Resilienz, evolutionären Prozessen und natürlicher Dynamik unverzichtbar sind. Diese Erkenntnisse bilden eine Grundlage für die Diskussion darüber, wie Natur im demokratischen Diskurs angemessen berücksichtigt werden kann.

Wildnis Raum geben im Diskurs
Das Parlament der Wildnis eröffnet einen Denkraum, der über kurzfristige Interessen hinausweist. Es lenkt den Blick auf Verantwortung über Generationen hinweg und auf den Eigenwert von Natur.
„Stimmen der Wildnis“ lädt dazu ein, diesen Ansatz weiterzudenken. Nicht als fertiges Modell, sondern als Prozess, der Natur im demokratischen Diskurs sichtbar macht.
Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter:
👉 https://www.museumnoe.at/de/stimmen-der-wildnis






