Zurück
Das Wildnisgebiet

Das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal bewahrt mit dem Urwald Rothwald den größten Urwaldrest des gesamten Alpenbogens und ist seit 2017 UNESCO-Weltnaturerbe.

Zurück
Exkursionen

Exkursionen in das Wildnisgebiet bieten die Möglichkeit die Wildnis hautnah zu erleben.

Zurück
Haus der Wildnis

Dem Urwald so nah wie nie! Das Haus der Wildnis und seine Ausstellunggeben dank moderner Technik einmalige Einblicke in den größten Urwald des Alpenbogens.

Zurück
Über uns

Die Schutzgebietsverwaltung des Wildnisgebietes Dürrenstein-Lassingtal hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen eine emotionale Verbundenheit mit der Natur zu ermöglichen.

Silva fera - Band 10 erschienen

Wildnisgebiet
News
Die zehnte Ausgabe widmet sich zentralen Fragen rund um die Bedeutung von Wildnisgebieten und beleuchtet deren Rolle für Biodiversität, Forschung und Naturschutz.

Was haben xylobionte Käfer und Gesteinsflechten gemeinsam?

Auf den ersten Blick fallen nur die Unterschiede auf: Erstere sind an Totholz gebunden, das je nach Struktur und Zersetzungsgrad vielfältige Lebensräume schafft; Letztere besiedeln exponierte Felsen und wachsen dort über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte in kaum wahrnehmbarem Tempo.  

Wer sich mit xylobionten Käfern auseinandersetzt, blickt unweigerlich zurück in eine Zeit, in der Totholz ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Wälder war. Ihre Vielfalt ist ein lebendiges Archiv früherer Waldstrukturen, in denen Bäume wuchsen, starben und lange stehen blieben – oft über viele Jahrzehnte – bevor sie schließlich fielen, um dann an Ort und Stelle über Jahrhunderte zu vergehen. Gesteinsflechten verkörpern wiederum jene langsame, beharrliche Entwicklung, die nur dort möglich ist, wo Lebensräume über lange Zeit hinweg ungestört bleiben. Zwischen beiden spannt sich ein weiter zeitlicher Bogen – und doch begegnen sie einander im Wildnisgebiet oft auf engstem Raum. 

Abbildung 1 und 2: Die vier ovalen Ausbohrlöcher im Buchentotholz stammen von einem der bekanntesten xylobionten Käfer: Rosalia alpina, dem Alpenbockkäfer. ©Petr Zabransky
Abbildung 3: Diese prächtige leuchtend gelbe Staubflechte (Leproplaca crysodeta) kann bei der Exkursion zur 1000jährigen Eibe bewundert werden. ©Franz Berger

Daher ihre große Gemeinsamkeit: Sie sind stille Chronisten langfristiger natürlicher Prozesse und dokumentieren eine ökologische Kontinuität, die in unserer schnelllebigen Welt selten geworden ist.

Beide, xylobionte Käfer und Gesteinsflechten, sind zentrale Themen der neuen Ausgabe der Silva Fera.

Die wissenschaftliche Zeitung des Wildnisgebietes, in der aktuelle Forschungsergebnisse präsentiert werden, ist in gedruckter Form, aber auch zum gratis Download auf der Homepage des Wildnisgebietes verfügbar: Silva fera - Band 10

Abbildung 4: Karl Splechtna 1999 im Urwald Rothwald. ©Werner Gamerith
Abbildung 5: Die neue Silva Fera würdigt den Mitbegründer des Wildnisgebietes und präsentiert neues von den Flechten und xylobionten Käfern

Die Silva Fera versteht sich jedoch nicht nur als Sammlung fachlicher Beiträge, sondern auch als Anerkennung jener Beharrlichkeit, die notwendig ist, um Orte wie das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal zu bewahren und wachsen zu lassen. Daher ist in dieser Ausgabe einer Person gebührender Raum geben, die mit ihrem Engagement maßgeblich dazu beigetragen hat, dass das Schutzgebiet in seiner heutigen Form bestehen kann. Karl Splechtna war ein unkonventioneller Freigeist, der keine Scheu hatte, unbequem zu sein, wenn es der Sache diente. Wir bedauern zutiefst, dass seine Würdigung nun in Form eines Nachrufs erfolgen muss. Der Artikel über ihn beleuchtet einen Teil der Entstehungsgeschichte des Wildnisgebietes und darf uns daran erinnern, dass hinter jedem geschützten Hektar Wald Menschen stehen, die sich mit vollem Herzen eingesetzt haben. 

Autorinnen: Viktoria Igel und Maria von Rochow