Wenn alpine Pflanzen im Tal erblühen
Im Frühling und Sommer kann mit etwas Glück das Gelbe Berg-Veilchen (Viola biflora L.) am Eulenweg entdeckt werden. Die zierliche Pflanze mit den nierenförmigen Blättern trägt an einen Stiel häufig jeweils zwei sattgelbe Blüten, die eine feine, schwarze Zeichnung haben. Botaniker*innen bezeichnen ihre Lebensform als mehrjährigen Hemikryptophyt. Gemeint ist, dass das Blümlein ein ausdauernde Pflanzen ist, deren oberirdische Teile im Winterhalbjahr absterben, während die Erneuerungsknospen geschützt direkt an der Erdoberfläche überwintern, wo sie durch Laub oder Schnee geschützt sind. Diese gelbe Veilchenart lebt an schattigen, feuchten Orten. Die tiefen Gräben, die entlang des Eulenwegs zu bestaunen sind, sind ihr gerade angenehm.
Wer sich für weitere alpine Blumen interessiert kann sich bequem daran erfreuen, ohne sich die vielen Höhenmeter auf den Dürrenstein hinauf zu quälen. Viele andere Bewohner der alpinen Rasen, wie zum Beispiel die Glazialreliktart Silberwurz (Dryas oktopetala) überraschen uns am Eulenweg. Die steilen Wände, in denen Aurikel von Mai bis Juni zu bewundern sind, finden sich am Eulenweg.
Das Tal ist charakterisiert durch ein besonderes raues Kleinklima, das nicht der eigentlichen Höhenlage entspricht, sodass sich dort dennoch alpine Pflanzen einfinden.

Zu guter Letzt wie immer der Hinweis: Bitte respektieren Sie die Regeln im Wildnisgebiet. Erfreuen Sie sich an der Schönheit der Frühlingsboten auf den öffentlichen Wegen und nehmen Sie (bis auf Fotos und beglückende Erinnerungen) nichts mit.
Exkursionstipp im Wildnisgebiet: Alpine Blütenwelt
Autorin: Maria von Rochow






