Zurück
Das Wildnisgebiet

Das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal bewahrt mit dem Urwald Rothwald den größten Urwaldrest des gesamten Alpenbogens und ist seit 2017 UNESCO-Weltnaturerbe.

Zurück
Erleben

Exkursionen in das Wildnisgebiet bieten die Möglichkeit die Wildnis hautnah zu erleben.

Zurück
Über uns

Die Schutzgebietsverwaltung des Wildnisgebietes Dürrenstein-Lassingtal hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen eine emotionale Verbundenheit mit der Natur zu ermöglichen.

Europas Buchenwälder: Austausch in Bulgarien

Wildnisgebiet
News
Wie können die europäischen Buchenwälder langfristig geschützt und die Zusammenarbeit ihrer Schutzgebiete weiter gestärkt werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Joined Management Committee (JMC), dass sich heuer in Bulgarien getroffen hat. 

Jährlicher Austausch über Europas Buchenwälder: diesmal in Bulgarien

‍

Die europäischen Buchenwälder sind Teil eines gemeinsamen UNESCO-Weltnaturerbes. Obwohl die einzelnen Welterbeflächen über mehrere Länder verteilt liegen, verbindet sie das gemeinsame Ziel, diese außergewöhnlichen Waldökosysteme und ihre natürlichen Prozesse langfristig zu erhalten. Das Joined Management Committee (JMC) bildet einen wichtigen Rahmen, um Erfahrungen auszutauschen, aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und zentrale Fragen des gemeinsamen Managements abzustimmen.

Am ersten Tag fand die Konferenz statt, ergänzt durch eine Besichtigung des Klosters von Troyan. Am nächsten Tag führte eine Exkursion auf die Welterbefläche im Nationalpark Zentralbalkan. Der Austausch vor Ort bot Gelegenheit, unterschiedliche Erfahrungen aus den Schutzgebieten zusammenzuführen und gemeinsame Herausforderungen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

‍

Joined Management Committee (JMC) Meeting 2026 in Bulgarien. ©Nantlija Andračić

‍

Ein Thema der Konferenz waren die zunehmenden Waldbrandrisiken infolge längerer Trockenperioden. Diese Entwicklung ist für Buchenwälder besonders problematisch, da die Rotbuche kaum an Feuer angepasst ist. Selbst wenn Bäume einen Brand zunächst überstehen, können sie durch die entstandenen Schäden noch Jahre später absterben. Auch die natürliche Verjüngung kann erschwert sein, da die Bodenbedingungen nach einem Brand ungünstig sind und Samenbäume fehlen. Bis sich wieder ein ausgewachsener Buchenwald entwickelt hat, können viele Jahrzehnte vergehen.

Die Auswirkungen reichen allerdings über den Wald hinaus. Wird die schützende Vegetation durch einen Brand zerstört, kann bei nachfolgenden Starkregenereignissen mehr Wasser oberflächlich abfließen. Bodenerosion und ein erhöhtes Hochwasserrisiko können die Folge sein. Diese zeigt wie eng Waldökosysteme, Klimaveränderungen und der Wasserhaushalt miteinander verbunden sind.

Die Welterbeflächen zeichnen sich durch ihre besondere Naturnähe aus. Ihre weitgehend natürlichen Strukturen und ökologischen Prozesse machen sie zu wertvollen Lebensräumen und wichtigen Referenzflächen. Auch sie sind nicht vor extremen Wetterereignissen geschützt. Ihr Erhalt ist jedoch entscheidend, um natürliche Waldentwicklungen zu ermöglichen und die ökologische Vielfalt zu bewahren.

‍

Exkursion zur Welterbefläche im Nationalpark Zentralbalkan ©Hanns Kirchmeir

‍

Ein gemeinsames Naturerbe braucht Zusammenarbeit

Die Diskussionen beim JMC Meeting zeigen, wie wichtig ein kontinuierlicher internationaler Austausch für den Schutz der europäischen Buchenwälder ist. Herausforderungen wie zunehmende Trockenheit, Waldbrände und die Folgen für den Wasserhaushalt betreffen viele Regionen und machen eine abgestimmte Vorgehensweise umso wichtiger.

Für das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal ist die Beteiligung an diesem Austausch eine Gelegenheit, Erfahrungen einzubringen, neue Erkenntnisse aus anderen Schutzgebieten mitzunehmen und die Zusammenarbeit innerhalb des Welterbes weiter zu stärken.

Denn der Schutz der europäischen Buchenwälder endet nicht an den Grenzen einzelner Schutzgebiete oder Staaten. Er ist eine gemeinsame Verantwortung – für den Erhalt eines einzigartigen Naturerbes und für kommende Generationen.

‍

Der kontinuierliche und internationale Austausch ist wichtig für den Schutz der europäischen Buchenwälder. ©Hanns Kirchmeir
Die Welterbeflächen zeichnen sich durch ihre besondere Naturnähe aus. ©Hanns Kirchmeir

Artikel: Nina Schönemann
Titelfoto: Hanns Kirchmeir