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Das Wildnisgebiet

Das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal bewahrt mit dem Urwald Rothwald den größten Urwaldrest des gesamten Alpenbogens und ist seit 2017 UNESCO-Weltnaturerbe.

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Exkursionen

Exkursionen in das Wildnisgebiet bieten die Möglichkeit die Wildnis hautnah zu erleben.

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Über uns

Die Schutzgebietsverwaltung des Wildnisgebietes Dürrenstein-Lassingtal hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen eine emotionale Verbundenheit mit der Natur zu ermöglichen.

Dem Wandel auf der Spur

Wildnisgebiet
Projekt
Ein neues Forschungsprojekt schafft die Grundlage für ein langfristiges Umweltmonitoring im Wildnisgebiet. Klimamessungen, Boden- und Pilzanalysen, Drohneneinsätze sowie Untersuchungen an alten Bäumen sollen künftig helfen, Veränderungen in Wald, Klima und Biodiversität besser zu verstehen.

Dem Wandel auf der Spur: Grundlage für ein langfristiges Umweltmonitoring

Das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal ist ein einzigartiger Ort für die Forschung. Wo natürliche Prozesse weitgehendungestört ablaufen können, lassen sich Veränderungen in der Umwelt besonders gut beobachten und über lange Zeiträume verfolgen. Ein aktuelles Forschungsprojekt legt nun wichtige Grundlagen, um die Entwicklung von Klima, Wald und Biodiversität systematisch zu dokumentieren und besser zu verstehen.

Die ersten Schritte sind bereits getan – in den kommenden Monaten geht es nun hinaus ins Gelände. An ausgewählten Standorten werden Datenlogger installiert, Pilzproben entnommen und weitere Untersuchungen vorbereitet. Auch eine neu angeschaffte multispektrale Drohne wird noch in diesem Jahr erstmals im Wildnisgebiet zum Einsatz kommen.

So entsteht Schritt für Schritt eine Datengrundlage, die nicht nur für die aktuellen Untersuchungen wertvoll ist, sondern auch zukünftige Forschungs- und Monitoringprojekte unterstützen soll.

Pilze übernehmen zentrale Funktionen im Ökosystem und spielen eine wichtige Rolle für Nährstoffkreisläufe, Wasserhaushalt und Waldentwicklung.© Stephen Axford / Planet Fungi

Klima entlang der Höhenstufen beobachten

Ein Schwerpunkt des Projekts ist der Aufbau eines langfristigen Klimamonitorings. Dafür wurden bereits vier Höhentransekte ausgewählt, die unterschiedliche Höhenlagen und damit verschiedene klimatische Bedingungen im Wildnisgebiet abbilden. Noch im Herbst werden dort die ersten Datenlogger installiert. Insgesamt sollen 50 Messgeräte an 25 Standorten künftig kontinuierlich Luft- und Bodentemperaturen erfassen. So entsteht ein Messnetz, das sichtbar macht, wie sich die Temperaturverhältnisse entlang der Höhenstufen unterscheiden und über die Jahre verändern. Die ausgewählten Standorte werden zugleich für weitere Forschungsarbeiten genutzt, sodass unterschiedliche Datensätze miteinander verknüpft werden können und eine wertvolle Grundlage für ein langfristiges Umweltmonitoring entsteht.

Der Boden als Schlüssel zum Ökosystem und was erzählen uns die Pilze?

Gleichzeitig mit der Installation der Datenlogger werden im Herbst Boden- und Pilzproben genommen. Denn der Boden ist weit mehr als Untergrund: Er speichert Wasser und Kohlenstoff, versorgt Pflanzen mit Nährstoffen und beherbergt eine große Vielfalt an Mikroorganismen. Im Fokus stehen dabei die Pilzgemeinschaften und ihre Funktionen im Ökosystem, darunter auch Mykorrhizapilze, die eng mit den Bäumen verbunden sind. Gemeinsam mit den Klimadaten soll untersucht werden, wie Umweltbedingungen, Bodenprozesse und Biodiversität zusammenwirken und ob sich die Zusammensetzung der Pilzgemeinschaften mit den jeweiligen Umweltbedingungen verändert.

Die Probenahmen können direkt mit der Installation der Datenlogger verbunden werden. So lassen sich die Feldarbeiten effizient kombinieren und gleichzeitig wichtige Grundlagen für zukünftige Forschungs- und Monitoringarbeiten schaffen.

Mit der Drohne aus der Vogelperspektive

Auch aus der Luft wird das Wildnisgebiet künftig genauer beobachtet. Eine multispektrale Drohne wurde bereits für das Projekt angeschafft und soll noch heuer bei ersten Probeflügen zum Einsatzkommen. Neben hochauflösenden Aufnahmen erfasst sie auch für das menschliche Auge unsichtbare Wellenlängenbereiche. So können unter anderem Waldentwicklung und Vegetationszustand dokumentiert, Veränderungen an Gewässern beobachtet sowie digitale Gelände- und Oberflächenmodelle erstellt werden. Die dabei entstehenden Daten bilden eine wertvolle Grundlage für zukünftige Forschungs-und Monitoringarbeiten.

Mit einer multispektralen Drohne werden Waldstrukturen, Vegetationszustand und Veränderungen in der Landschaft dokumentiert. Die Luftbilddaten ergänzen die Untersuchungen am Boden und liefern wertvolle Grundlagen für das langfristige Umweltmonitoring.© Daniel Zupanc

Bäume als lebende Archive

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts sind dendrologische Untersuchungen an rund 25 Bäumen, insbesondere an Rotbuchen. Dabei werden Alter, Wachstumsgeschichte und weitere Bestandesmerkmale erfasst. Bäume sind wertvolle Zeitzeugen, denn ihr Wachstum spiegelt die Umweltbedingungen wider, denen sie über Jahrzehnte ausgesetzt waren. Die Analysen liefern daher wichtige Hinweise darauf, wie Klima, Bodenverhältnisse und ökologische Prozesse die Entwicklung des Waldes beeinflussen und schaffen zugleich eine wertvolle Grundlage für zukünftige Forschungsarbeiten.

Die Dynamik der Natur verstehen

Klimamessungen, Boden- und Biodiversitätsanalysen, Drohnenaufnahmen sowie dendrologische Untersuchungen mögen auf den ersten Blick unterschiedliche Forschungsansätze sein. Tatsächlich ergänzen sie sich zu einem umfassenden Gesamtbild der natürlichen Prozesse im Wildnisgebiet. Die gewonnenen Daten dokumentieren nicht nur den aktuellen Zustand des Ökosystems, sondern schaffen vor allem die Grundlage, Veränderungen über Jahre und Jahrzehnte hinweg nachvollziehen zu können. So entsteht ein langfristiger Blick auf die Dynamik der Natur und ein tieferes Verständnis der komplexen Zusammenhänge zwischen Klima, Boden, Artenvielfalt und Waldentwicklung. Die ersten Schritte sind bereits gesetzt. Schon bald werden die ersten Messungen und Analysen neue Einblicke in die verborgenen Prozesse des Wildnisgebietes Dürrenstein-Lassingtal liefern.

 

Förderhinweis

Das Projekt „Weltnaturerbe Buchenwälder im Fokus“ wird durch den Waldfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert. Gemeinsam setzen das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal und der Nationalpark Kalkalpen Maßnahmen um, um das UNESCO-Weltnaturerbe der Buchenwälder sichtbar zu machen, Wissenslücken zu schließen und die langfristige Entwicklung der Welterbeflächen zu unterstützen.

Titelfoto: Daniel Zupanc