Die flächenmäßig größten Naturwälder Österreichs liegen im Wildnisgebiet Dürrenstein. Beinahe 500 ha Waldfläche sahen seit der letzten Eiszeit keine Axt und keine Motorsäge. Das Wildnisgebiet dient damit als wichtiger Baustein im Bestreben, gefährdete Ökosysteme mit ihren Tier- und Planzenarten dauerhaft zu sichern.
Wissenschaftsreihe
Sonntag, 13. Mai 2012 um 08:21 Uhr
Seit nun mehr zehn Jahren besteht das Wildnisgebiet Dürrenstein mit kleinen Arrondierungen in seiner derzeitigen Form als IUCN-anerkanntes Wildnisgebiet der Kategorie I. Kennzeichen und Ziel eines Schutzgebietes der Kategorie I, insbesondere von Ia, ist neben dem umfassenden Schutz des Gebietes, Forschung. Die IUCN hält dabei für die Kategorie Ia (Strenges Naturreservat) fest: “Category Ia are strictly protected areas set aside to protect biodiversity and also possibly geological/ geomorphological features, where human visitation, use and impacts are strictly controlled and limited to ensure protection of the conservation values. Such protected areas can serve as indispensable reference areas for scientific research and monitoring.” Weiters findet sich dazu unter Other Objectives of management: “Secure examples of the natural environment for scientific studies, environmental monitoring and education, including baseline areas from which all avoidable access is excluded.”
Erfolgreiche Habichtskauz-Wiederansiedlung in Österreich
Donnerstag, 10. Mai 2012 um 15:03 Uhr
Der Habichtskauz galt nach seinem Aussterben in Österreich über ein halbes Jahrhundert als verschollen. Dank eines ambitionierten Wiederansiedlungsprojekts unter der Leitung des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie, der Veterinärmedizinischen Universität Wien, in Niederösterreich und Wien, beginnt die seltene Waldeule nun langsam wieder Fuß zu fassen. Zahlreiche Mäuse – die Hauptnahrungsquelle der Käuze - haben dieses Jahr gleich an mehreren Stellen zur Brut der seltensten Eule Mitteleuropas geführt. Unterstützt durch den Niederösterreichischen Landesjagdverband ist es gelungen, die sensiblen Brutplätze vor Störung zu bewahren. „Schonender Umgang mit dem Wald sichert die Entwicklung geeigneter Lebensräume vor allem in den Schutzgebieten Biosphärenpark Wienerwald und Wildnisgebiet Dürrenstein, wo Jungkäuze seit dem Jahr 2009 wiederangesiedelt werden“ berichtet Niederösterreichs Landesrat Dr. Stephan Pernkopf.
Am 30. April war es soweit: Der bereits sehnlich erwartete Eulenerlebnisweg im Grenzbereich zum Wildnisgebiet Dürrenstein wurde im Beisein zahlreicher Prominenz, allen voran des Zweiten Präsidenten des NÖ Landtages, Hrn. Mag. Johann Heuras, und zahlreicher Besucher aus Göstling und Umgebung eröffnet. Präsident Heuras betonte in seiner Festansprache, die Wichtigkeit derartiger Rückzugsgebiete in unserer Kulturlandschaft. "Das "Nicht-Funktionieren" des Handys sowie des Navigationssystems in diesem Gebiet führte mir vor Augen, wie abhängig unsere Gesellschaft von derartigen Errungenschaften geworden ist", so Heuras weiter. "Das Wildnisgebiet Dürrenstein ist demnach ein starker Kontrast zu unserer hochtechnisierten Zeit und es ist Aufgabe der Gesellschaft, diese Schutzgebiete zu erhalten." Bürgermeister Heigl zeigte sich stolz, dass ein weiterer Baustein für den regionalen Tourismus seiner Bestimmung übergeben wurde. Geschäftsführer Christoph Leditznig freute sich über die zahlreiche Teilnahme an der Eröffnung, die auch darauf hindeutet, dass wir mit unserer Arbeit auf dem richtigen Weg sind, so Leditznig.
Während des letzten Jahres (2011) wurde im Auftrag von ServusTV von der Münchner Firma Bilderfest ein Film über das Wildnisgebiet Dürrenstein gedreht. Wir haben an dieser Stelle bereits einmal darüber berichtet. Dieser Film wurde nun während der Wintermonate fertiggestellt. Den Produzenten ist dabei ein sehenswerter Film über das Wildnisgebiet gelungen. Nicht nur, dass die Schönheiten des Wildnisgebietes in einmaligen Bildern eingefangen wurden, konnte auch die Arbeit im Wildnisgebiet eindrucksvoll dargestellt werden. Besonders auf die Details wurde großer Wert gelegt und wir konnten mit Freude feststellen, dass sich im gesamten Film keine Aufnahmen befinden, die in einem Studio, mit zahmen Tieren oder ähnlichen "Tricks" erstellt wurden.
Nachdem auch im heurigen Winter, trotz der späten und lang anhaltenden Kälte mit zum Teil großen Schneehöhen, keine Ausfälle bei den in den vergangenen Saisonen freigelassenen Habichtskäuzen verzeichnet werden konnte, sind die Käuze in die neue Brutsaison gestartet. In freier Wildbahn scheint es zu weiteren Verpaarungen von Individuen der 2011er-Generation gekommen zu sein, wobei bei diesen Paaren, die ausschließlich aus einjährigen Vögeln bestehen, ein Brutbeginn im heurigen Jahr ein große Überraschung darstellen würde. Allfällige Brutversuche der freigelassenen Vögel können jedoch erst in einigen Wochen festgestellt werden.
Im Jahr des Waldes riefen die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) zur Wahl der Sieben Österreichischen Waldwunder. Ein Jahr lang waren alle Naturinteressierten aufgerufen, via Online-Voting unter http://www.wunderwald.at ihren Lieblingswald zu wählen. Mehr als zwei Dutzend Wälder von den Donau-Auen bis zum Arlberg waren nominiert. Auf der Voting-Plattform konnten Userinnen und User weitere Waldwunder vorschlagen und ebenfalls zur Wahl stellen. Nun stehen die sieben Gewinner fest: „Mangrovenwald“, „Wasserwald“, „Märchenwald“, „Dirndl-Wald“, „Bergsturzwald“, „Storchenwald“ und die „Pappelgiganten“ erwiesen sich bei den Usern am beliebtesten und erhielten die meisten Stimmen.