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Forscher aus der Ukraine zu Besuch

Von 5. bis 14. Mai 2018 waren die Mykologin Iryna Yatsiuk und der Ornithologe und Urwaldbaumkletterer Yehor Yatsiuk zu Besuch im Wildnisgebiet.

Das junge Forscherehepaar kommt aus Kharkiv in der Ostukraine, wo sie an der V. N. Karazin Kharkiv National University (http://www.univer.kharkov.ua/en) und im Gomilsha Forest Nationalpark (http://www.gomilsha.org.ua/, https://gomilshaforest.wordpress.com/) arbeiten. Mykologin Iryna Yatsiuk arbeitet speziell mit Schleimpilzen (Myxomycetes) und Becherpilzen (Discomycetes). Ornithologe und Baumkletterer Yehor Yatsiuk arbeitet neben dem Gomilsha Forest Nationalpark in der Ukraine auch im Bialowieza Urwald in Polen, wo er sich speziell mit Baumhöhlen und Baumhöhlenbewohnern befasst. Iryna und Yehor Yatsiuk besuchten während ihres Aufenthaltes im Wildnisgebiet Bereiche verschiedener Höhenlagen und unterschiedlicher Habitate; darunter waren auch das Leckermoor und Bereiche um die Waldgrenze.

Höhepunkt waren drei Tage im Rothwald mit einem interdisziplinären Forscherteam. In zwei Nächten wurden mit dem Kleineulenteam des Wildnisgebietes (Thomas Hochebner, Gerhard Rotheneder, Claudia Schütz, Ingrid Kohl) Eulenerhebungen durchgeführt, wobei ein Sperlingskauz sowie einige Raufußkäuze und Waldkäuze festgestellt wurden. Die Mykologen Iryna Yatsiuk sowie Alexander Urban (Universität Wien) entdeckten seltene Pilzarten, wobei einige Erstnachweise für den Rothwald erbracht wurden. Ornithologen und Baumkletterer Yehor Yatsiuk und Stefan Knöpfer (www.ornithoclimbing.at) führten Baumhöhlenkontrollen in großer Höhe durch. Die Wildbiologen Barbara McAllister und Christoph Kainz waren bei den Eulenerhebungen und Baumhöhlenkontrollen im Einsatz.

Innerhalb des Forscherteams fand ein spannender, inspirierender Austausch statt sowie eine vorbildliche Zusammenarbeit während der Freilandarbeit in der Wildnis! Danke an alle!

Fotos: Yehor Yatsiuk, Alexander Urban, Christoph Kainz, Ingrid Kohl

Baumklettern für Nistkästen

Anfang Oktober 2017 wurde im Wildnisgebiet erstmals die Baumklettertechnik angewandt, um zwei Nistkästen in sehr steilem Gelände zu warten bzw. zu reparieren. Multitalent und Baumkletterer Stefan Knöpfer (www.ornithoclimbing.at) unterstützte uns mit seinem Können, seiner Geschicklichkeit und seinem ökologischen Verständnis tatkräftig und mit vollem Einsatz, um zwei Nistkästen zu demontieren und einen davon zu reparieren. Ornithologe und Eulenmonitoring-Kollege Gerhard Rotheneder unterstützte uns mit der Baumklettertechnik tatkräftig und mit vollem Einsatz bei der Wiedermontage des Lärchennistkastens.

Das sichere Ersteigen hoher oder alter Bäume bedarf speziellen Baumklettertechniken. Wichtig ist dabei, den Baum so wenig wie möglich zu beeinflussen, da jede Beeinträchtigung dem teilweise sensiblen Biotop schaden kann. Besonders ist der Einsatz von Steigeisen bei Bäumen, die nicht gefällt werden sollen, zu vermeiden, da durch die entstehenden Wunden Krankheitserreger eingetragen werden können. Solche Vorgänge passieren ebenfalls auf natürlichem Wege, wir haben aber die Möglichkeit diese zu vermeiden. Gerade bei Urwaldbäumen ist die SRT (Single Rope Technik) zu bevorzugen, da es zu fast keiner Seilreibung an den Ankerpunkten kommt. Der dort oft spezielle Moosbewuchs und die Kleinstorganismen in den Gabeln werden dadurch nicht beschädigt. Epiphyten werden nicht zerstört. 

Das Seil wird mittels Schleuder und Zugleine eingebaut. Aufgestiegen wird mit verschiedenen Equipment, darunter verschiedene Rollen und Klemmen wie Bruststeig- und Fußsteigklemme. Auch Klemmknotenseile spielen eine wichtige Rolle. Das Baumklettern bringt natürlich auch immer ein gewisses Risiko mit sich, da ein Unfall im Baum schwere Folgen für den Kletterer haben kann. Daher sind eine Ausbildung und ein Wissen über die Risiken und deren Vermeidung sowie regelmäßiges Training unumgänglich!

Die beiden gewarteten Nistkästen wurden 2009 in der Anfangsphase der Habichtskauz-Wiederansiedlung montiert. Bei dem ersten gewarteten Nistkasten handelte es sich um einen Plastiknistkasten - das Nistkastenmodell, das im Biosphärenpark Wienerwald verwendet wird und wovon damals von Projektleiter Richard Zink vier Stück in der Region um das Wildnisgebiet montiert wurden. Der zweite gewartete Nistkasten war ein Lärchennistkasten im Westteil des Wildnisgebietes, der damals vom Wildnisgebietsteam montiert wurde. Die Nistkästen wurden abmontiert und in gewartetem Zustand wieder montiert.

Seit 2012 gab es in der Region um das Wildnisgebiet einige Habichtskauz-Bruten. Aber auch andere Vogelarten brüten in den Nistkästen: Waldkäuze brüten in den Nistkästen vor allem in Wirtschaftswäldern außerhalb des Wildnisgebietes. Bei den Nistkastenkontrollen wurden auch schon ein Trauerschnäpper, eine Hohltaube und ein Kleiber in den Nistkästen gefunden.

Text: Stefan Knöpfer, Ingrid Kohl

Fotos: Ingrid Kohl

www.ornithoclimbing.at

www.natuerlichkunst.at