Spechte im Wildnisgebiet

Das Wildnisgebiet Dürrenstein ist das „Land“ der Spechte. Besonders drei Arten erreichen hier besonders hohe Brutpaardichten. Dazu zählen der Grau-, der Weißrücken- und der Dreizehenspecht. Daneben kommen auch noch der Schwarz- und der Buntspecht vor. All diese Vogelarten profitieren vom großen Totholzanteil im Wildnisgebiet. Dieser Totholzanteil ist nach Einrichtung des Wildnisgebietes vor knapp 10 Jahren auch im Westteil des Wildnisgebietes, der Hundsau, durch „Mitwirkung“ von Stürmen, Lawinen und dem Borkenkäfer massiv angestiegen. Diese Tatsache nutzen auch „unsere“ Spechtarten. Speziell der Weißrücken- und der Dreizehenspecht fliegen die vom Borkenkäfer geschaffenen Flächen oft an.

Während der Weißrückenspecht dieses Potenzial „nur“ als Nahrungsgebiet aufsucht, brütet der Dreizehenspecht gerne in den abgestorbenen Bäumen, wie die Fotos zeigen. Dieses Paar, das auf ca. 700 m Seehöhe gebrütet hat, nutzte auch zur Nahrungssuche die unmittelbar angrenzenden abgestorbenen Stämme, da diese toten Bäume stark von Totholz bewohnenden Insektenarten, sogenannten Xylobionten, genutzt werden. Diese Arten dienen wiederum als Nahrung für die Spechte. Die Spechtarten tragen damit auch zur Regulation der Borkenkäfer bei, auch wenn das Ausmaß dieser Regulation mangels geeigneter Untersuchungen nicht noch nicht dargestellt werden kann.

In den kommenden Jahren werden so genannte Folgenutzer diese Höhlen beziehen. Im Falle des Dreizehenspechtes kommen Meisenarten, Kleiber bis hin zur kleinsten europäischen Eule in Frage. Es handelt sich dabei um den Sperlingskauz, der auf derartige Höhlen zur Erledigung seines Brutgeschäftes angewiesen ist. Auch für die unterschiedlichsten Fledermausarten sind die von den Spechten geschaffenen Höhlen als Sommerquartier geeignet.