Renaturierungsprojekt Leckermoor

Warum wurde das Projekt gestartet? 

Moore als Lebensraum 
Hochmoore sind Lebensräume, die sehr sauer (Ph-Wert), nass und arm an Mineralsalzen sind. Die darin vorkommenden Lebewesen (Tiere, Pflanze, Pilze, …) sind an diese extremen Bedingungen angepasst.  

Moore und der Klimawandel
Durch Dauernässe und Sauerstoffmangel wird abgestorbenes Pflanzenmaterial in einem Moor nicht komplett abgebaut. Ein Teil des in den lebenden Pflanzen gespeicherten Kohlenstoffs wird gebunden und somit gespeichert. Kommt dieser Kohlenstoff mit Sauerstoff in Berührung, wird er freigesetzt. Deshalb ist es extrem wichtig, Moore vor dem Austrocknen zu bewahren!  

Intakte Moore binden jedes Jahr Biomasse und wirken damit – langsam aber stetig – dem Klimawandel entgegen. Noch viel wichtiger ist jedoch, das Austrocknen bestehender Moore zu verhindern! Wird ein Moor entwässert – z.B. für den Abbau von Torf –wird Methangas gebildet, was 25 Mal klimawirksamer ist als CO2. Wird der Torf nicht komplett abgebaut und das Moor nach der Trockenlegung als Teich geflutet, entsteht durch das im Untergrund befindliche Torf Lachgas, welches die 300-fache stärkere Wirkung auf das Klima hat als CO2 und sehr lange in der Atmosphäre bleibt.

Das Leckermoor ist eines der größten und schönsten Hochmoore Niederösterreichs und hat unter zahlreichen Eingriffen der Vergangenheit stark gelitten. So wurden zwischen 1939 und 1941 Entwässerungsgräben angelegt, rund 100 m3 Torf abgebaut und die Randbereiche in den 1970er-Jahren mit Fichten aufgeforstet. In einem von der Schutzgebietsverwaltung Wildnisgebiet Dürrenstein im Auftrag der Gemeinde Göstling a. d. Ybbs durchgeführten Projekt wurde in den Jahren 2004-2006 wieder ein „lebendes“ Hochmoor geschaffen. 50% der Projektkosten wurden von der Europäischen Union getragen, die andere Hälfte teilten sich das Land Niederösterreich, die Gemeinde Göstling a.d. Ybbs und die Österreichischen Bundesforste.

Die Schutzgebietsverwaltung stellt auch weiterhin sicher, dass das Hochmoor in Zukunft ungestört weiter bestehen kann. Nähere Infos zum Projekt finden Sie im Endbericht

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Bereits 90% der Moore in Österreich wurden zerstört. Daher ist anzunehmen, dass die zerstörten Moore die selbe Menge an klimaschädlichen Gase abgeben, wie der gesamte jährliche Flugverkehr in Österreich. 

ZIELE UND MASSNAHME 

Das Projektgebiet mit einem Flächenausmaß von rund 25 ha besteht in seinem Kern aus dem rund 9 ha großen Hochmoorbereich und in seinem Umfeld aus wertvollen Resten der alten Kulturlandschaft. Im Zuge des Projektes wurde die Hydrologie des Hochmoores verbessert, ein Gürtel von extensiv genutzten Pufferflächen geschaffen und die schleichende Degradation des Hochmoores wieder rückgängig gemacht. Gleichzeitig wird auf möglichst naturschonende Weise ein attraktives Ausflugsziel geboten. 

STATUS 

Nach Abschluss des Projektes wurden Aufgaben, die nach 2006 entstanden sind, von der Wildnisgebietsverwaltung und ihren Partnern übernommen.

Im Wesentlichen sind das drei Aufgabenbereiche: 

  • Das Freihalten des Moorkörpers von Baumbewuchs und die Schaffung naturnaher Wälder im Randbereich des Moores. 
  • Betreuung des Erlebnisweges. 
  • Durchführung von geführten Wanderungen rund um das Moor. 

Film „Faszination Leckermoor“ 

Der Filmemacher Friedrich Rischer † hat einen atemberaubenden Film „Faszination Leckermoor“ über das rege Treiben im idyllischen Leckermoor erstellt. Sie können den Film gerne unter folgendem Link bestellen. 

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