Weltnaturerbe – Koordination der „Buchenwälder Europas“

Warum wurde das Projekt gestartet?

Ein serielles UNESCO-Weltnaturerbe zu koordinieren, das über einen ganzen Kontinent verbreitet ist, ist eine große Herausforderung. Allein für die beiden österreichischen Gebiete, im Wildnisgebiet und im Nationalpark Kalkalpen war es nötig ein Konzept für ein gemeinsames Management auszuarbeiten, das als Vorbild für alle anderen Beteiligten dienen kann. 

Aus diesem Grund wurde mit der Unterstützung von Bund und der Europäischen Region ein Projekt zum integrativen Management für die  Weltnaturerbegebiete  Wildnsigebiet  Dürrenstein  und Nationalpark Kalkalpen ins Leben gerufen.

Ziele des Projektes

Die Ziele des Projektes sind das Management der nationalen  Weltnaturerbegebiete  so weiter zu entwickeln,  dass  es konform mit den Operational-Guidelines der UNESCO Welterbe-Konvention ist. In diesem Zusammenhang ist auch eine internationale Zusammenarbeit wichtig. Es sollen die Forderungen der UNESCO erfüllt und damit vermieden werden, dass das Gebiet auf die „List  of  endangered  sites“ kommt. Dazu müssen die Managementmaßnahmen von 41 Schutzgebieten aufeinander abgestimmt werden.

Aufgaben der Arbeitspakete

  • Das Serielle Weltnaturerbe soll nach außen als einheitliches Welterbe erkennbar sein, beispielsweise durch eine einheitliche Beschilderung.  
  • Konzepte für die ökologische Vernetzung zwischen den beiden österreichischen Gebieten und den Welterbestätten der Nachbarländer sollten erstellt werden.   
  • Österreichische Managementpläne und Konzepte wurden zur Diskussion gestellt, um in der Folge auch international anwendbar zu werden. Dies sichert den Fortbestand der österreichischen Standorte des seriellen Weltnaturerbes.  
  • Die Vertiefung und Ausformulierung des Statements des Außergewöhnlichen Universellen Wertes (OUV) wurde klar formuliert.  
  • Die österreichische Gebiete entwickelten entsprechend dem Integrated Management System die nationalen Strukturen und nominierten die Mitglieder der vier internationalen Arbeitsgruppen.  
  • Bei diversen Veranstaltungen wurde der Grundstein für eine Vernetzung der österreichischen mit den internationalen Partnerschutzgebieten gelegt. 

Studienreise 2019 - unterwegs im wilden Albanien

Die Vernetzung und geforderte enge Zusammenarbeit machte u.a. Anfang Mai eine Studienreise in die Buchenwald-Weltnaturerbeflächen Albaniens notwendig. Die österreichische Delegation (bestehend aus Vertretern aus dem Wildnsigebiet Dürrensteins, dem Nationalpark Kalkalpen, dem Bundesforschungszentrum für Wald BFW, des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus und dem Institut für Ökologie E.C.O.) reiste nach Tirana, um sich mit VertreterInnen von Ministerien und Schutzgebietsverantwortlichen zu treffen. 

Eine Fläche im Nationalpark Shebenik-Jablanica, im Osten von Albanien wurde besucht. Die Anreise ins Schutzgebiet war beschwerlich, denn durch wochenlangen Regen waren die Wege selbst für Allradfahrzeuge fast unpassierbar und auch auf dem Fußmarsch stellten stark angeschwollene Bäche, die sonst kaum Wasser führen, schwer zu überwindende Hindernisse dar. Die Mühen und der Aufwand waren mehr als nur lohnend. Der besichtigte Buchen-Tannen Urwald brachte faszinierende Einblicke und wertvolle Erkenntnisse!  
 
Doch schon in den umliegenden Flächen waren auch einige Probleme sichtbar: Die Langzeitfolgen intensiver Beweidung und verantwortungslos entsorgtem Müll prägen das Landschaftsbild Albaniens. Zum Glück ist aber auch hier in den Kernzonen der Nationalparks noch ein Rest unberührter Natur vorhanden. 

Die zweite Welterbe-Fläche liegt im Norden des Landes, in den Albanischen Alpen mit Gipfeln über 2700 m, an den Grenzen zu Mazedonien und dem Kosovo, in der Nähe des Nationalparks Valbonatal. Durch die Schneesituation zu dieser Zeit im Jahr war es nicht sicher, ob der Anmarsch wirklich gelingen kann. Es musste eine Passhöhe mit 2050 m überwunden und von dort in ein völlig unerschlossenes Tal abgestiegen werden.  
 
In dem Tal, in das nicht einmal eine Straße führt, liegt verborgen ein atemberaubender Urwald. Es ist eines der letzten Buchenwaldgebiete, in dem sich alle Lebewesen noch frei und ungestört entwickeln können und stellt daher eines der wichtigsten Referenzgebiete für ganz Europa dar. 
 
Mit einem besseren Verständnis für die unterschiedlichen Buchenwälder und den doch sehr unterschiedlichen Herausforderungen, mit denen die Schutzgebietsverwaltungen in einem UNESCO-Weltnaturerbe konfrontiert sind, wurde die Heimreise angetreten. Es waren unvergessliche Eindrücke, ein wertvoller fachlicher Austausch und interessante Begegnungen mit den Kollegen in den Schutzgebieten. 

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