Habichtskauz Wiederansiedelungsprojekt

WARUM WURDE DAS PROJEKT GESTARTET? 

Lebensraumverlust und Verfolgung durch den Menschen haben den Habichtskauzbestand stark reduziert. In Österreich galten die edlen Vögel sogar als ausgestorben. Das Fehlen der Habichtskäuze im Gebiet durchtrennte das Verbreitungsgebiet so sehr, dass sich angrenzende Populationen nicht mehr genetisch austauschen konnten.

Um diese gravierende Lücke wieder zu schließen, wurde 2008 ein Wiederansiedelungsprojekt ins Leben gerufen. Der Habichtskauz ist nach dem Uhu die zweitgrößte Eulenart in Österreich. Als typische Waldeule bevorzugt er buchenreiche Wälder, wo er meist in Baumhöhlen brütet. Als Freilassungsorte wurden somit die naturnahen Wälder des Wildnisgebietes Dürrenstein und der Biosphärenpark Wiener Wald genutzt.

Habichtskauz Wiederansiedelungsprojekt

Unter der Leitung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien wurde in Zusammenarbeit mit den beiden genannten Schutzgebieten sowie der Österreichischen Bundesforste AG, den Ländern Niederösterreich und Wien, der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) und einer Vielzahl von Zoos (Österreichische Zoo Organisation) und Privatpersonen ein Wiederansiedlungsprojekt auf die Beine gestellt. Im Frühjahr 2012 – nach drei Freilassungssaisonen – konnten bereits die ersten zwei erfolgreichen Habichtskauzbruten, um das Wildnisgebiet bestätigt werden. Seither steigen die Zahlen der bestätigten Reviere laufend an. Es ist auch zu vermuten, dass es einige unbekannte Reviere gibt und die Zahlen daher höher sind als bekannt.  


Doch das Freilassen allein reicht nicht aus, um eine Tierart wieder zu etablieren! Den österreichischen Wäldern fehlt es großteils an großen, alten Bäumen, die Brutmöglichkeiten für die Käuze bieten. Aus diesem Grund wurden in regelmäßigen Abständen Nistkästen montiert, die von den Vögeln sehr intensiv genutzt wurden – nicht nur von den Habichtskäuzen. Auch viele weitere Arten profitieren von den künstlich angebrachten Strukturen. Zeitgleich wurden die Waldeigentümer auf die enorme Wichtigkeit von großen, alten Bäumen und Totholz im Wald aufmerksam gemacht. Durch ihre Mithilfe sollen zukünftig mehr natürliche Nistmöglichkeiten für die Habichtskäuze und viele weitere Tiere in unseren Wäldern zu finden sein.  

ZIELE des Projekts

  • Aufbau eines Zuchtstocks unter Einbindung der Österreichischen Zoo Organisation (OZO), allen voran Schönbrunn, der EGS unter der Leitung von Dr. Hans Frey und privater Personen (z. B.: Pflege- und Forschungsstation f. Eulen und Greifvögel OAW von Reinhard Osterkorn). 
  • Jährliche Freilassung von 10 – 20 Käuzen im Wildnisgebiet Dürrenstein und im Biosphärenpark Wiener Wald 
  • Etablierung einer Kernpopulation ausgehend von den obig genannten Freilassungsgebieten 
  • Anbindung der Population an bestehende Vorkommen im Ausland 
  • Das Projekt ist ein effektiver Schritt um dem Nachhaltigkeitsprinzip und der Biodiversitätskonvention des Regierungsprogramms gerecht zu werden 
  • Der umweltpädagogische Aspekt liegt in der Illustration sensibler Prozesse im Waldökosystem. 

GEPLANTER ZEITRAHMEN 

Aufgrund des großen Projekterfolges wurde der ursprüngliche Projektrahmen von 2008 bis 2013 zumindest bis 2022 ausgedehnt. 

PROJEKTTRÄGER

  • Land Niederösterreich: www.noe.gv.at
  • Europäische Union: Österreichisches Programm für die Entwicklung des Ländlichen Raums 2007-2013
  • Österreichische Bundesforste AG: www.oebf.at 
  • Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie: www.fiwi.at

Weitere Informationen zum Projekt sind unter www.habichtskauz.at zu finden, sowie auf den Homepages der Projektpartner.

PROJEKTpartner

Neben den offiziellenProjektpartnern unterstützt der „Verein für Tier- und Naturschutz in Österreich“ mit Sitz in Kitzbühel das Wildnisgebiet Dürrenstein regelmäßig bei seiner Arbeit.  

Steckbrief Habichtskauz

Größe:

54 - 61 cm

Flügelspannweite:

♂ Ø 115 cm ♀ Ø 125 cm

Gewicht:

♂ Ø 660 g ♀ Ø 960 g

Erkennungsmerkmale:

Mehrere Farbvarianten, die von hellgrau bis zu einem dunklen Braun reichen können. Die Unterseite ist längsgestreift. Der Schwanz ist relativ lang mit kräftiger Querbänderung. Der Habichtskauz besitzt keine Federohren. Auffallend sind die großen dunklen Augen.

Brutplatz:

Baumhöhlen unterschiedlichster Art, aber auch Horste von Greifvögeln

Nahrung:

Zu 70 – 80 % Mäuse unterschiedlichster Art sowie Siebenschläfer. Den Rest der Nahrung bilden Vögel, Frösche, Echsen, Fische und Insekten.

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