Erstaunliches Verhalten der Habichtskäuze

Nach der Freilassung der zweiten Habichtskauzgeneration im Wildnisgebiet Dürrenstein 2010 (insgesamt 12 Käuze – 8 Männchen und 4 Weibchen) gibt es erstaunliche Ergebnisse zu verzeichnen. Zwei Jungkäuze halten sich in der weiteren Umgebung des Wildnisgebietes auf („Franz“ aus Hirschstetten und „Thomas2“ aus Grünau). Zwei weitere Vögel („Konrad“ aus Salzburg und „Annemarie“ aus Italien) wanderten auf verschiedenen Routen über hundert Kilometer weit und fanden sich in Oberösterreich, wo sie sich seit einigen Wochen gemeinsam auf engstem Raum aufhalten.

Vier weitere Jungkäuze traten längere Wanderungen an („Andrea“ aus Hirschstetten, „Simone“ aus Haringsee, und „Willi“ und „Gerlinde“ aus Italien), nach denen wir nach wie vor suchen. Zwei der zwölf Tiere verstarben: Ein Vogel verhungerte („Mario“ aus Linz) und ein weiterer verstarb an Endoparasitenbefall („Eva“ aus Hirschstetten). Dies entspricht einer sehr geringen Ausfallsrate von vorerst nur 17 %. Jungkauz „Ingrid“ (aus Linz) verlor nach ca. 5 Wochen den Sender im Urwald Rothwald, wobei damit die erste kritische Phase von diesem Vogel erfolgreich bewältigt werden konnte. Jungkauz „Johannes“ (aus Haringsee) musste aufgrund seines Entwicklungsrückstandes und einer „Schockmauser“ der Stoßfedern wieder eingefangen werden. Er wird während des Winters in der Greifvogelstation OAW in Linz von Reinhard Osterkorn und Konrad Langer aufgepäppelt. Im Frühjahr erfolgt die neuerliche Freilassung im Wildnisgebiet Dürrenstein.

Habichtskauz „Konrad“ am 4.10.2010 nach einer mehr als 100 Kilometer weiten Wanderung vom Wildnisgebiet in die oberösterreichischen Traunauen.
Habichtskauz „Konrad“ am 4.10.2010 nach einer mehr als 100 Kilometer weiten Wanderung vom Wildnisgebiet in die oberösterreichischen Traunauen