Die erfolgreichste Brutsaison der Habichtskäuze

Brut 1: Ästlinge
Brut 1: Ästlinge

Im und rund um das Wildnisgebiet stellte sich die heurige Brutsaison (in vielerlei Hinsicht) als die erfolgreichste des bisherigen Wiederansiedlungs- Projektes heraus. Bis jetzt konnten acht Habichtskauzreviere (davon 3 im Ostteil des Wildnisgebietes) mit Sicherheit nachgewiesen werden. Davon konnten vier erfolgreiche Bruten mit insgesamt zehn überlebenden Jungvögeln bestätigt werden. Zwei der vier Bruten fanden in Lärchennistkästen statt. Bei den zwei weiteren handelt es sich um eine Besonderheit. Zum ersten Mal in der Geschichte der österreichischen Habichtskauzwiederansiedlung konnten zwei Bruten in natürlichen Bruthöhlen bestätigt werden. Beide Bruten fanden wir durch zwei mit GPS-GSM-Sender ausgestattete Weibchen jeweils in natürlichen Buchenhöhlen in einem Umkreis um das Wildnisgebiet von maximal 10 Kilometern. Bemerkenswert sind die Brutzeitpunkte. Während zwei Brutpaare bereits in der ersten Märzhälfte zu brüten begannen, brüteten zwei weitere Habichtskauzpaare erst Ende April nach dem "Wintereinbruch" in der ersten Aprilhälfte.

Brut 1 fand in einem Nistkasten nahe des Freilassungsortes statt. Ein fünfjähriges Männchen "Franz" und ein zweijähriges Weibchen brachten drei Junge hervor, die bereits ausgeflogen sind, sich aber nach wie vor um den Brutplatz aufhalten und zusehends wachsen.

Habichtskauz Brut 2 an der natürlichen Nisthöhle
Habichtskauz Brut 2 an der natürlichen Nisthöhle

Brut 2 konnte dank der GPS-GSM-Telemetrie in einer natürlichen Bruthöhle in einer Buche ca. 10 Kilometer vom Freilassungsort entfernt gefunden werden. Es handelt sich um ein einjähriges Weibchen und ein dreijähriges Männchen. Vier Jungvögel konnten die Baumhöhle bereits verlassen.

Brut 3 befindet sich in einem Nistkasten im weiteren Umfeld des Wildnisgebietes. Es handelt sich um ein vierjähriges Weibchen, wobei das Männchen bis jetzt noch unbekannt ist (eventuell handelt es sich ebenso um ein vierjähriges Männchen, das sich laut der Telemetrieergebnisse in diesem Gebiet aufhielt). Nach anfänglich 3 Jungen konnten zwei überlebende Jungvögel (von sechs Eiern) im Nistkasten bestätigt werden.

Brut 4 befindet sich in einer natürlichen Bruthöhle in einer Buche im näheren Umfeld des Wildnisgebietes. Es handelt sich um ein einjähriges Weibchen, das mit einem GPS-GSM-Sender ausgestattet ist; das Männchen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit vierjährig. Ein Jungvogel konnte in der Baumhöhle bestätigt werden. Brutbeginn war ca. der 27. April. Zum Weibchen gibt es eine interessante "Wandergeschichte". Diese hat am 25.9. das Freilassungsgebiet verlassen und ist in einigen Etappen an die SO-Grenze des NP Kalkalpen gewandert. Dort blieb es bis 9. März und wanderte dann in wenigen Etappen nach Maria Seesal, blieb dort 1 Tag, um am 17.3. wieder bei den Kalkalpen anzukommen. Diese verließ sie dann am 10. April, um am 12. April im jetzigen Brutgebiet anzukommen (waren knapp 40 km). Ca. 2 Wochen später begann sie zu brüten.