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Wildtier-Monitoring

zur Erhebung von Wildtieren (Großcarnivore, Raufußhühner, Schalenwild, Eulen) im Wildnisgebiet Dürrenstein

Einleitung

Das Wildnisgebiet Dürrenstein ist verpflichtet, neben seinem Bildungsauftrag auch das Arteninventar sowohl in Qualität, als auch in Quantität zu erfassen. Besonders bei dämmerungs- und nachtaktiven Tieren ist dies meist sehr schwierig, zumal diese Arten oftmals auch sehr störungsempfindlich sind. Die heimliche Lebensweise bedeutet auch, dass eine mögliche Erfassung der Tiere in der Regel mit einem hohen Zeitaufwand verbunden ist, soweit die Erfassungstätigkeit nicht weitestgehend automatisiert werden kann.

Davon betroffen sind u. a. Arten wie Braunbär, Luchs, Wolf, Fuchs, Dachs, Baum- und Steinmarder, aber auch Schalenwildarten wie z. B. Rotwild und die im Wildnisgebiet vorkommenden Raufußhühner und Eulen. Um nun der Aufgabe zur Erfassung dieser Tierarten besser nachkommen zu können, wurden im Rahmen eine Pilotversuches, der durch den Lions Club Wieselburg finanziell maßgeblich unterstütz wurde, Fotofallen angeschafft.

Methodik

Aufgrund der begrenzten finanziellen, aber v. a. auch personellen Ressourcen der Wildnisgebietsverwaltung besteht die Möglichkeit zur kontinuierlichen und einer annähernd systematischen Erfassung der Tiere in einem weitgehend automatisch und möglichst unabhängig arbeitenden Equipment. Fotofallen und Haarfallen erfüllen diese Kriterien und ermöglichen im Wildnisgebiet Dürrenstein die gewünschte zuverlässige Erhebung der Wildtiere. Die Fotofallen werden dabei durch einen Infrarotsensor bzw. durch die Unterbrechung eines Lichtstrahls ausgelöst.

Für diese automatisierten Erhebungen sollen verwendet werden:

  • Fotofalle
  • Lichtschranke in Verbindung mit Fotoapparat
  • Haarfallen mit Lockstoffen

Bei Haarfallen soll die Art durch Duftstoffe angelockt zu einer dafür vorgesehenen Stelle zur Markierung animiert werden. Die Anbringung der jeweiligen "Falle" kann an natürlichen Tränken, Wildwechseln, Kadavern usw. erfolgen. An Standorten, die nicht durch Fotofallen kontrolliert sind, sollen die Wildtierarten durch chemisch-physikalisch-biologische Haaruntersuchungen bestimmt werden. Weiteren Fragestellungen sollen durch genetische Untersuchungen von Haaren, Kot, Urin und Speichel beantwortet werden.

Erste Ergebnisse

In einer ersten Versuchsanordnung wurden 3 Fallen vorerst ohne Duftstoffe oder dgl. an ausgewählten Orten, wie Wildwechseln usw. angebracht. Auch wenn die Fotoqualität unmittelbar bei bewegten Tieren vorerst nicht herausragend ist, so war das Ergebnis doch überraschend gut. innerhalb nur sehr weniger Nächte gingen Dachs, Fuchs, Rot- und Rehwild in die "Falle".

Abbildungen der verwendeten Fotofallentypen.

Vorschau

Diese überaus erfreulichen Ergebnisse veranlassen uns, ein groß angelegtes Projekt für das gesamte Wildnisgebiet zu starten, wobei hierbei auch ein Schwerpunkt auf Raufußhuhnarten und genetische Untersuchungen gelegt werden soll.

Abbildung: Ein Mäusebussard wurde an einem der Futtertische für die ausgewilderten Habichtskäuze fotografiert.

 

Fotos

An verschiedenen, uns geeignet erscheinenden Stellen, wurden Kameras mit Infrarotblitzen installiert. Die Aufnahmen dieser Kameras zeigen, dass sich sowohl bei Tage, als auch während der Nachtstunden viele Tiere, die der Besucher in der Regel nur sehr selten zu Gesicht bekommt, entlang dieser Wege und Plätze aufhalten. Die Aufnahmen, auch wenn sie manchmal unscharf sind, spiegeln das unbeeinflusste Verhalten der Tiere wider und geben damit einen Einblick in deren Leben. Zum Einsatz kommen bis zu 30 Selbstauslöserkameras und auch eine Kamera, die mittels Lichtschranke ausgelöst wird. Durch den Einsatz eines Blitzes liefert diese Kamera hervorragende Bilder, die auch die individuelle Unterscheidung der Tiere möglich machen.