Wiederansiedlungsprojekt Habichtskauz

Ausgangslage

Foto eines Habichtskauzes in freier Wildbahn
Foto eines Habichtskauzes in freier Wildbahn

Der Habichtskauz, der in Österreich durch direkte Verfolgung und durch Lebensraumverlust als ausgestorben gilt, soll in einem mehrjährigen Projekt durch gezielte Maßnahmen in Österreich, beginnend mit Niederösterreich, wieder angesiedelt werden, was in den ersten Jahren mit der Etablierung mehrerer Habichtskauzreviere gelang. Diese jagdlich heute nicht mehr relevante Eulenart bevorzugt buchenreiche Wälder, wo sie in Baumhöhlen oder Greifvogelhorsten brütet. Sie kann daher ebenso wie der Waldkauz als „Waldeule“ bezeichnet werden. Als Freilassungsorte werden daher die naturnahen Wälder des Wildnisgebietes Dürrenstein und der Biosphärenpark Wiener Wald genutzt. Unter der Leitung des Forschungsinstitutes für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien wurde in Zusammenarbeit mit den beiden genannten Schutzgebieten sowie der Österreichischen Bundesforste AG, den Ländern Niederösterreich und Wien, der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) und einer Vielzahl von Zoos (Österreichische Zoo Organisation) und Privatpersonen ein Wiederansiedlungsprojekt auf die Beine gestellt, das in absehbarer Zukunft die Etablierung einer überlebensfähigen Habichtskauzpopulation in Österreich ermöglichen soll. Im Frühjahr 2012 – nach drei Freilassungssaisonen – konnten die ersten zwei erfolgreichen Habichtskauzbruten um das Wildnisgebiet bestätigt werden.

Ziele

  • Aufbau eines Zuchtstocks unter Einbindung der Österreichischen Zoo Organisation (OZO), allen voran Schönbrunn, der EGS unter der Leitung von Dr. Hans Frey und privater Personen (z. B.: Pflege- und Forschungsstation f. Eulen und Greifvögel OAW von Reinhard Osterkorn).
  • Jährliche Freilassung von 10 – 20 Käuzen im Wildnisgebiet Dürrenstein und im Biosphärenpark Wiener Wald
  • Etablierung einer Kernpopulation ausgehend von den obig genannten Freilassungsgebieten
  • Anbindung der Population an bestehende Vorkommen im Ausland
  • Das Projekt ist ein effektiver Schritt um dem Nachhaltigkeitsprinzip und der Biodiversitätskonvention des Regierungsprogramms gerecht zu werden
  • Der umweltpädagogische Aspekt liegt in der Illustration sensibler Prozesse im Waldökosystem.

Geplanter Zeitrahmen

Aufgrund des großen Projekterfolges wurde der ursprüngliche Projektrahmen von 2008 bis 2013 zumindest bis 2015 ausgedehnt. Es ist aber davon auszugehen, dass das Wiederansiedlungsprojekt auch nach 2015 weitergeführt wird.

Projektträger

Weitere Informationen zum Projekt sind unter http://www.habichtskauz.at zu finden, sowie auf den Homepages der Projektpartner:

Land Niederösterreich: http://www.noe.gv.at/

Europäische Union: Österreichisches Programm für die Entwicklung des Ländlichen Raums 2007-2013: http://www.noe.gv.at

Österreichische Bundesforste AG: http://www.oebf.at

Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie: http://www.fiwi.at

 

Projektpartner

Österreichische Zoo Organisation: http://www.ozo.at

Eulen und Greifvogelschutz Österreich: http://www.egsoesterreich.org

Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien: http://www.wien.gv.at/

Lebensregion Biosphärenpark Wienerwald: http://www.bpww.at

Verein für Tier- und Naturschutz in Österreich: http://www.tierundnaturschutz.at

Verein für Tier- Umwelt- und Naturschutz in Österreich: http://www.tier-umwelt-natur.at

Wildnisgebiet Dürrenstein: http://www.wildnisgebiet.at

Neben den offiziellen Projektpartnern (s. Logoleiste) unterstützt der "Verein für Tier- und Naturschutz in Österreich" mit Sitz in Kitzbühel das Wildnisgebiet Dürrenstein regelmäßig bei seiner Arbeit. Die Gelder finden auch im Rahmen des Habichtskauzprojektes Verwendung.

Habichtskauz Steckbrief:

Beim Habichtskauz gibt es mehrere Farbvarianten, die von hellgrau bis zu einem dunklen Braun reichen können. Die Unterseite ist längsgestreift. Der Schwanz ist relativ lang mit kräftiger Querbänderung. Der Habichtskauz besitzt keine Federohren. Auffallend sind die großen dunklen Augen.

Größe: 54 – 61 cm
Flügelspannweite: ♂: Ø. 115 cm, ♀ Ø 125 cm
Gewicht: ♂: Ø 660 g, ♀: Ø 960 g
Geschlechtsreife: 1. Lebensjahr, brütet jedoch meist erst mit (2) 3 – 4 Jahren
Brutplatz: Baumhöhlen unterschiedlichster Art, aber auch Horste von Greifvögeln
Legebeginn: Mitte Februar bis Mitte April
Gelegegröße: 1 – 6, meist 3 – 4 Eier
Legeabstand: 2 – 3 Tage
Bebrütungsbeginn: Mit dem ersten Ei
Brutdauer: 28 Tage
Nestlingszeit: Ca. 5 Wochen, erst mit 90 Tagen beherrschter Ruderflug
Selbstständigkeit: Beginnt mit ca. 100 Tagen
Fortpflanzungsrate: Zwischen 0,9 und 2,9 Jungen pro begonnener Brut
Überlebensrate: Ca. 60 % überleben im Mittel das 1. Lebensjahr
Nahrung: Zu 70 – 80 % Mäuse unterschiedlichster Art sowie Siebenschläfer. Den Rest der Nahrung bilden Vögel, Frösche, Echsen, Fische und Insekten.

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