Zwischenbericht

Vier Jahre Habichtskauz-Wiederansiedlungsprojekt - ein Zwischenbericht (Stand: 31. 12. 2012)

Bisherige Ergebnisse

Nachfolgend möchten wir Ihnen einen kurzen Zwischenbericht über die aktuelle Situation der Habichtskäuze im und rund um das Wildnisgebiet Dürrenstein geben.

Die Höhepunkte des Wiederansiedlungsprojektes waren die ersten beiden, sehr erfolgreichen Bruten von Habichtskäuzen in freier Wildbahn. Zwei einjährige Vögel – Weibchen „Schöne Valerie“ (EGS Haringsee) und Männchen „Stefan“ (EGS Haringsee) – brachten sechs Eier hervor, von denen fünf Jungvögel ausflogen. Das einjährige Männchen „Anton“ (Alpenzoo Innsbruck) verpaarte sich mit einem zweijährigen Weibchen, das im Biosphärenpark Wienerwald freigelassen wurde, 20 km vom Wildnisgebiet entfernt. Die beiden brachten fünf Eier hervor, von denen drei Jungvögel ausflogen.

Abbildung: Der erste fütternde Habichtskauz des Wildnisgebietes.

Neben den erfolgreichen Bruten konnten anhand der Telemetrie beachtliche Wanderrouten, Verpaarungen, besetzte Nistkästen, Streifgebiete, Besuch der Futtertische, Aktivitätsmuster und Reviertreue festgestellt werden.

Zwischen Weibchen „Salvatore“ (2009) und Männchen „Franz“ (2010) konnte ab Herbst 2010 eine Verpaarung festgestellt werden. Zwei Nistkästen wurden von solitären Männchen besetzt.

Einige Habichtskäuze des Wildnisgebietes zeigten große Wanderfreude. Manche wanderten in die unterschiedlichsten Gebiete - von den Ebenen der oberösterreichischen Traunauen über den schroff-felsigen Nationalpark Gesäuse bis hin zum Schneebergmassiv - und legten dabei mehr als 100 km zurück.

Aus der Generation 2010 haben 5 von 12 Vögeln einen 50km-Radius um das Freilassungsgebiet verlassen – das Gebiet, in dem laut einer skandinavischen Studie 85% der Vögel im ersten Jahr verweilen. Auch 2012 wanderten einige Jungvögel nach dem Rückgang des Mäusebestandes beachtliche Strecken: Luftlinie zum Freilassungsort 65 km (Schneebergmassiv), 60 km (Ennstal, Selzthal – festgestellt durch den Satellitensender), 40 km (Traisental), 35 km (St. Gallen) und 30 km (Mariazell).

Abbildung: Die Ortungspunkte der zwei Weitwanderer „Annemarie“ und „Konrad“.

Die zwei Weibchen „Konrad“ aus dem Tiergarten Hellbrunn und „Annemarie“ aus Italien hielten sich seit Anfang und Mitte Oktober 2010 nach Wanderrouten von über 100 km sechs Monate (bis März 2011) in ihren Winterrevieren in den oberösterreichischen Traunauen auf, wo sie in ca. 3wöchigem Abstand getrennt voneinander hingewandert waren. Im März 2011 begannen auch sie, wieder zu wandern. Konrad kehrte jedoch in das Areal, in dem er sich während der Wintermonate aufhielt, zurück.

Neben der Wanderung des Männchens „Franz“ ins Gesäuse, waren auch die zwei Männchen „Willi“ (aus Italien) und „Thomas2“ (aus dem Cumberland Wildpark Grünau) vom Wildnisgebiet ins Gesäuse gewandert. „Willi“ hatte in der zweiten Dezemberhälfte im Umkreis des Nationalparks Gesäuse seinen Sender verloren. „Thomas2“ war in einer Woche 50 km gewandert und hielt sich im Dezember 2010 und Jänner 2011 einige Wochen im Nationalpark Gesäuse auf, wo er in Gipfelnähe, auf einer Lärche sitzend, seinen Sender verlor. Ob auch dieser Vogel wie "Franz" wieder umkehrte und in die Nähe seines Freilassungsortes zurückkehrte, konnte bisher nicht verifiziert werden.

Diese Ergebnisse, die nur einen kleinen Einblick in das Geschehen und unsere Arbeit geben können, zeigen die große Bedeutung der radiotelemetrischen Überwachung der Tiere, da nur so Aussagen über die Wanderungen, den Verbleib, das Überleben während der ersten kritischen Phase der einzelnen Vögel und über Verpaarungen und Bruterfolge im Freiland getroffen werden können und damit auch der Erfolg des Projektes nachvollziehbar ist.

Auch aus dem Wienerwald gibt es positive Nachrichten über zahlreiche Bruten und Brutversuche, die auch für dieses Freilassungsgebiet Hoffnung auf die Etablierung des Habichtskauz zulassen. Wir gratulieren dazu dem Team vor Ort!

Abbildung: Ein Habichtskauzpärchen in der Voliere.

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