Neue Vereinbarung zwischen der Forstverwaltung Langau und der Verwaltung des Wildnisgebiets

SperriedelAuf einer Länge von ca. 1,5 Kilometern grenzen Flächen der Österreichischen Bundesforste AG des Wildnisgebiet im Bereich des sogenannten Sperrriedels direkt an die Wirtschaftswälder der Forstverwaltung Langau. Diese Wälder, die aufgrund der Höhenlage von deutlich mehr als 1.000 m NN einen relativ hohen Anteil an Fichten aufweisen, wurden seit Jahrhunderten forstlich nicht genutzt.

Infolge der Stürme der letzten Jahre breitete sich kleinflächig auch in dieser Höhenlage der Borkenkäfer, insbesondere der Buchdrucker aus. Die Forstverwaltung ist daher an die Wildnisgebietsverwaltung mit der Bitte um eine gemeinsame Lösung herangetreten. Während mehrerer Gespräche und einer Begehung vor Ort mit dem zuständigen Bezirksforstinspektor wurde im Juni die Situation besichtigt. Da in diesem Bereich keine Erweiterung des Wildnisgebietes vorgesehen ist und dies auch nicht Wunsch der Forstverwaltung war, wurde eine alternative Lösung erarbeitet.

Auf einer Fläche von knapp 20 ha stellt die Forstverwaltung jegliche forstliche Nutzung ein. D. h., dass die z. T. sehr alten Bergahorne, Buchen und Fichten auch bei Schädlingsbefall nicht geschlägert werden. Um dies auch formal abzusichern, wurde dieser Streifen entlang des Sperrriedels von der Forstbehörde zum Biotopschutzwald gemäß § 32a des Österreichischen Forstgesetzes erklärt. Die Forstverwaltung muss bzw. darf daher in diesem Gebiet keine forstlichen Maßnahmen setzen. Auch wurden die Paragrafen der Wiederbewaldungspflicht und der Waldverwüstung außer Kraft gesetzt.

Als Ausgleich erhält die Forstverwaltung von der Wildnisgebietsverwaltung einen Anerkennungsbeitrag. Im Gegenzug verzichtet die Forstverwaltung auf jegliche Ansprüche gegenüber der Wildnisgebietsverwaltung, wie diese infolge der Pufferzonenregelung entstanden sind. Die Vereinbarung ist vorerst auf 15 Jahre befristet. Der vereinbarte Betrag ist durch Spendergelder abgedeckt.

Für beide Vertragspartner ist dies ein neuer Schritt in der Zusammenarbeit, der auch aus der Sicht des Naturschutzes zu begrüßen sei.