Forschung

Die Richtlinien der IUCN sehen Forschung für ein Wildnisgebiet der Kategorie I verpflichtend vor. Dadurch dürfen die Lebensgemeinschaften des Schutzgebietes jedoch nicht beeinträchtigt werden. Im Wildnisgebiet Dürrenstein stehen die Inventarisierung von Flora und Fauna, interdisziplinäres Monitoring zur Überwachung des Gebietszustandes sowie störungsökologische Fragestellungen im Rahmen der Projekt-Forschung im Mittelpunkt. Die Forschungsarbeiten werden in enger Zusammenarbeit mit den wissenschaftlich und fachlich zuständigen Gremien, wie Universitäten und Behörden, abgewickelt.

Forschungsschwerpunkte:

Wie im Forschungs- und Monitoringkonzept 2013 nachzulesen ist, bilden – wie schon in den vergangenen Jahren – folgende Themen die Schwerpunkte des Forschungsprogrammes im Wildnisgebiet Dürrenstein:

  • fortlaufende Inventarisierung von Flora, Fauna und Lebensräumen
  • langfristiges Monitoring von Indikatorarten, der Managementmaßnahmen, der Waldentwicklung, abiotischer Standortfaktoren, der Wildtierpopulationen, der Neobiota und der menschlichen Besucher des Wildnisgebietes
  • Projekt-Forschung zur Prozessdynamik und Störungsökologie des Berg(ur)waldes sowie zu den ökosystemaren Leistungen des geschützten Ökosystems

Die Ergebnisse dieser Erhebungen dienen als objektive Grundlage für die ökologische Beurteilung des Wildnisgebietes, zur naturwissenschaftlichen Erkenntnis, als Entscheidungsgrundlage und zur Kontrolle von Managementmaßnahmen sowie für die Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit.

Voraussetzungen:

Alle Forschungsarbeiten im Wildnisgebiet Dürrenstein bedürfen der Genehmigung. Folgende Kriterien sollten bei der Abfassung eines Forschungsantrages berücksichtigt werden:

  • Methodik: Die Forschungsarbeiten dürfen das Schutzziel und störungssensible Arten oder/und Lebensräume nicht beeinträchtigen und sollen so wenig invasiv wie möglich sein. Generell wird der beobachtenden Forschung im Gelände der Vorrang vor experimentellen Methoden eingeräumt.
  • Standortspezifität: Sind die Themen nur im Wildnisgebiet durchführbar oder können sie anderswo in zumindest gleicher bzw. ausreichender Qualität bearbeitet werden?
  • Relevanz: Sind die Projektergebnisse relevant für die Scientific Community, den Naturschutz, die Aufgaben der Schutzgebietsverwaltung (Management des Gebietes), Bildungsaufgaben, Öffentlichkeitsarbeit?
  • Konformität mit einem Schwerpunktthema (siehe Forschungskonzept)
  • Nachhaltigkeit: Längerfristigen Kooperationen wird vor nur kurzfristig angelegten Projekten der Vorzug gegeben.
  • Integrierbarkeit: Neue Projekte sollen vorhandene Forschungsergebnisse berücksichtigen, an vorhandenes Inventar bzw. Monitoring anbinden bzw. Einzelprojekte miteinander verknüpfen.

Eine Projektbeauftragung erfolgt erst nach Beurteilung der Forschungsanträge durch den wissenschaftlichen Beirat.

Forschungsergebnisse:

Der Urwald Rothwald und die Lebensräume des Wildnisgebietes sind seit Jahrzehnten Ziel von Forschungsprojekten. In unserer Literaturdatenbank finden Sie alle uns bekannten wissenschaftlichen Arbeiten mit Bezug zum Wildnisgebiet: http://www.wildnisgebiet.at/literatur

Eine Übersicht über die bisher behandelten Forschungsthemen finden Sie im Forschungskonzept 2013 - 2022.

Seit 2012 werden die Ergebnisse von Forschungsarbeiten im Wildnisgebiet in "Silva Fera", der wissenschaftlichen Zeitschrift der Schutzgebietsverwaltung, veröffentlicht. Die Einzelbände von Silva Fera können über unsere Website gratis herunter geladen werden: http://www.wildnisgebiet.at/forschung/reihe

Im Vorfeld der Gründung des Wildnisgebietes im Jahre 2002 wurden im Rahmen eines LIFE-Projektes (Untersuchungszeitraum 1997 bis 2001) umfangreiche Forschungsarbeiten durchgeführt, über die Sie hier nachlesen können: http://www.wildnisgebiet.at/forschung/life-projekt

Seitens der Universität für Bodenkultur Wien wurde ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zum Thema "Störfaktoren und Steuermechanismen in der Bergwalddynamik" initiiert. Details zu diesem Projekt finden Sie unter http://www.boku.ac.at/urwaldforschung. Die Institute für Waldökologie, für Forstentomologie, Forstpathologie und Forstschutz, für Waldwachstumsforschung und für Wildbiologie und Jagdwirtschaft beteiligen sich an diesem Projekt.

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