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Die Richtlinien der IUCN sehen für ein Wildnisgebiet der Kategorie I Forschung zur Überwachung des Gebietszustandes - man nennt dies auch "Monitoring" - verpflichtend vor. Dadurch dürfen die Lebensgemeinschaften des Schutzgebietes jedoch nicht beeinträchtigt werden!

Im Wildnisgebiet Dürrenstein bildet daher ein interdisziplinäres Monitoring den Kern der Forschungsarbeiten. Im Zentrum der Überwachung stehen - gemäß dem Managementplan - die "Störfaktoren und Steuermechanismen in der Bergwald-Dynamik". Die Forschungsarbeiten werden in enger Zusammenarbeit mit den wissenschaftlich und fachlich zuständigen Gremien, wie Universitäten und Behörden abgewickelt.

Forschungsschwerpunkte:

Durch die Festlegungen eines Monitoringkonzeptes sollen systematische Erfassungen des Naturraumes, wie z. B. die Entwicklung sekundärer Fichtenwälder oder der Kalkrasengesellschaften ermöglicht werden. Das Schalenwild, dessen Lebensraum und sein Einfluss auf die Waldverjüngung bildet einen weiteren Schwerpunkt des Monitorings, ebenso wie das Verhalten der Wildnisgebietsbesucher. Zudem wird in periodischen Abständen die Entwicklung ausgewählter Indikatorarten (-gruppen) dokumentiert. Die Ergebnisse dieser Erhebungen sollen als objektive Grundlage für die ökologische Beurteilung des Wildnisgebietes, für eine langfristige Ökosystemforschung sowie für die Öffentlichkeitsarbeit Verwendung finden.

Voraussetzungen:

Neben der Einbindung des Managementplanes und einer für das Wildnisgebiet relevanten Fragestellung werden alle Projektbetreiber ersucht, folgende Punkte einzuhalten:

  • Die Forschungsanträge müssen klar strukturiert und räumlich zuordenbar sein;
  • Die im Wildnisgebiet eingerichteten Dauerbeobachtungsflächen müssen von jedem Antragsteller in seine Überlegungen miteinbezogen werden;
  • Bereits vorhandene Forschungsergebnisse müssen in der Projektplanung berücksichtigt werden;
  • Alle Ergebnisse werden von der Schutzgebietsverwaltung zentral verwaltet.

Eine Projektbeauftragung erfolgt erst nach Beurteilung der Forschungsanträge durch den wissenschaftlichen Beirat.

Forschungsprojekte:

Alle Forschungsprojekte im Wildnisgebiet Dürrenstein müssen mit den Zielsetzungen eines Kategorie I Schutzgebietes nach IUCN, mit dem Managementplan und dem Forschungskonzept abgestimmt sein. Die Forschungsprojekte im Wildnisgebiet können entsprechend ihrer Beauftragung in zwei Kategorien unterteilt werden:

  • Jene Forschungsprojekte, die von der Schutzgebietsverwaltung beauftragt und gemeinsam mit Institutionen, wie z. B. Universitätsinstituten, durchgeführt werden. Es handelt sich dabei primär um Monitoringprojekte.
  • Forschungsprojekte, die von Personen bzw. Projektträgern an die Schutzgebietsverwaltung herangetragen werden, und, soweit diese den Zielen eines Wildnisgebietes der Kategorie I nach IUCN und den Vorgaben des Forschungskonzeptes entsprechen, auch bewilligt werden.

Zu folgenden Themen wurden seit Bestehen des Wildnisgebietes bereits Forschungsarbeiten durchgeführt:

  • Kartierung der FFH-Lebensraumtypen
  • Mykologische Erhebungen
  • Fledermauskundliche Erhebungen
  • Erfassung der Rauhfußhühner
  • Untersuchungen der Großvogelfauna (Schwarzstorch, Wespenbussard, Steinadler, Wanderfalke und Uhu)
  • Erfassung der Spechtarten (Schwarz-, Grau-, Weißrücken-, Bunt- und Dreizehenspecht)
  • Erfassung xylobionter Käferarten
  • Erfassung der Tagfalter-, Heuschrecken- und Libellenarten
  • Erfassung der Dipterenfauna
  • Erfassung der Ameisenfauna
  • Erfassung ausgewählter Hymenoptera
  • Erholungsnutzung und Besucherlenkung
  • Beurteilung von Flächen der Managementzone Kalkrasen im Wildnisgebiet Dürrenstein

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen (Untersuchungszeitraum 1997 bis 2003) werden vom Kulturpark Eisenstraße Ötscherland gesammelt und sind unter http://www.eisenstrasse.info/schatzsuche/ nachzulesen.

Seitens der Universität für Bodenkultur läuft zur Zeit ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, das das Leitbild des Wildnisgebietes für die Forschung "Störfaktoren und Steuermechanismen in der Bergwalddynamik" als Arbeitstitel verwendet. Details zu diesem Projekt finden Sie unter http://www.boku.ac.at/urwaldforschung. Die Institute für Waldökologie, für Forstentomologie, Forstpathologie und Forstschutz, für Waldwachstumsforschung und für Wildbiologie und Jagdwirtschaft beteiligen sich an diesem Projekt.

Seit dem Jahr 2001 läuft unter dem Titel "DIANA" ein Forschungsprojekt des Bundesamtes und Forschungszentrums für Wald. Im Zentrum der Untersuchungen stehen der Boden und seine Organismen sowie die naturnahe Forstwirtschaft. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://bfw.ac.at/300/2197.html.

Die Frage der Wildstandsregulierung bildet für viele Großschutzgebiete eine zentrale Frage. So auch im Wildnisgebiet Dürrenstein. Im Jahr 2004 startet daher in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie sowie dem Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft im Wildnisgebiet ein Verbiss-Monitoring. Erste sichtbare bzw. auswertbare Ergebnisse dazu sind frühestens im Jahr 2007 zu erwarten.

Teile des Wildnisgebietes sind seit Jahren Ziel von Forschungsprojekten. Nachfolgend finden Sie eine Auflistung bereits publizierter wissenschaftlicher Arbeiten: http://www.wildnisgebiet.at/literaturzitate.pdf



 
Samstag, 04. Februar 2012
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