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Wildnisgebiet Dürrenstein soll um 1000 Hektar erweitert werden PDF Print E-mail
Thursday, 26 August 2010 07:32
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In Göstling/Ybbs wurde am 25.8.2010 durch die Unterfertigung einer gemeinsam erarbeiteten Vereinbarung durch Naturschutzlandesrat Dr. Stephan Pernkopf, den Vorstandssprecher der ÖBf AG, Dr. Gerorg Erlacher und Geschäftsführer Dr. Christoph Leditznig das Wildnisgebiet um 72 ha erweitert. Das einzige Wildnisgebiet Österreichs – im internationalen Schutzgebietssystem höher eingestuft als Nationalparks – erfährt damit eine weitere Aufwertung. Die bestehende Schutzgebietsfläche von 24 km2 wächst damit auf knapp 25 km² und soll zudem bis Ende 2015 um weitere 10 km2 vergrößert werden.

Naturschutzlandesrat Dr. Stephan Pernkopf anlässlich der heutigen Vertragsunterzeichnung: „72 Hektar der Bundesforste werden mit sofortiger Wirkung in das Wildnisgebiet eingebracht. Für weitere 980 Hektar wurde eine Optionsvereinbarung zwischen dem Land Niederösterreich und der Österreichischen Bundesforste AG abgeschlossen. Diese Flächen werden ab sofort wildnisgebietskonform gemanagt. Darüber hinaus werden der Hundsaubach und der Windischbach fischereiliches Schongebiet. Das ist ein Meilenstein für den Naturschutz in Österreich.“

Der flächenmäßig größte Fichten-Tannen-Buchen-Urwald des gesamten Alpenbogens mit einem Ausmaß von knapp 500 Hektar liegt im Wildnisgebiet. Seit der letzten Eiszeit haben seine Bäume keine Axt und keine Motorsäge gesehen. Auch die Waldbestände des Erweiterungsgebietes befinden sich überwiegend in einem naturnahen Zustand und sind mit ca. 200 Jahren bereits in einem sehr ansehnlichen Alter. „Unser Ziel ist hier ebenfalls eine Anerkennung als Wildnisgebiet durch die Weltnaturschutzorganisation IUCN. Weiters wollen wir die naturpädagogischen Angebote unter Berücksichtigung der Schutzvorgaben ausbauen“, fasst Landesrat Pernkopf die angestrebte Weiterentwicklung zusammen.

Georg Erlacher, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste (ÖBf): „Schutzgebiete sind wichtige Rückzugsorte für die Natur, aber auch für alle Menschen, die Ruhe und Erholung suchen. Als Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung verzichten wir auf die wirtschaftliche Nutzung, damit sich die Urwälder von morgen entwickeln können.“ Neben der Einbringung der Fläche sollen die Bundesforste gemeinsam mit der Schutzgebietsverwaltung in Zukunft insbesondere für das Naturraummanagement im Wildnisgebiet verantwortlich sein.

Christoph Leditznig, Geschäftsführer des Wildnisgebietes Dürrenstein, sieht ebenfalls einen Meilenstein für das Wildnisgebiet: „Nicht nur, dass damit wesentliche Forderungen der Weltnaturschutzorganisation IUCN zur dauerhaften Sicherung des Schutzgebietes erfüllt werden, führt diese Erweiterung vielmehr zu einer naturschutzfachlichen Aufwertung des gesamten Gebietes. Ganze Ökosysteme mit ihren Lebewesen können damit besser geschützt werden.“

Rund 85 % des bestehenden Wildnisgebietes sind als Naturzone deklariert, in der menschliche Einflüsse weitestgehend reduziert sind und natürliche Prozesse frei ablaufen können. Zumindest diese Gewichtung soll auch auf der Erweiterungsfläche erreicht werden.



 
Friday, 18 May 2012
© 2012 Wildnisgebiet Dürrenstein
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