Die Exkursion zu den bestehenden Trittsteinflächen des Netzwerk Naturwald

 

Am 8. Mai fand eine Begehung der drei bestehenden Trittsteinflächen des Netzwerk Naturwald, von denen zwei in der Steiermark und einer in Oberösterreich liegen, statt. Das Netzwerk Naturwald hat mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad weit über die Region hinaus. Vor allem im Zusammenhang mit der Pilotregion der Plattform Ökologischer Verbund Alpenkonvention spielt das Projekt eine wichtige Rolle. Die Exkursion dient dazu, den an der Umsetzung beteiligten Personen die Möglichkeit zu bieten, die drei Trittsteinflächen kennen zu lernen und vor allem, anstehende Fragen und die zukünftige Zusammenarbeit zu besprechen. Die bisherigen Ergebnisse des Projekts Netzwerk Naturwald sollen auch dem Bundesminister für Land-, Forst-, Umwelt und Wasserwirtschaft zur Vorbereitung der Ministerkonferenz der Alpenländer, die im Oktober in München stattfindet, vorgelegt werden, in der der BM derzeit den Vorsitz innehat.

1. Trittstein Steinwald, Gemeinde Landl (Größe: 38,1 ha)

Die Fläche schützt sich weitgehend selbst, kann aber gut betrachtet werden. Es besteht also Einigkeit darüber, dass es Sinn macht, diesen Trittstein zu nutzen, um der Öffentlichkeit das Netzwerk Naturwald und den Schutzgebietsverbund zu erklären. Am besten kann dies durch 2 – 3 Tafeln entlang des Wanderwegs in Verbindung mit einer Schautafel im nahe gelegenen Forstmuseum umgesetzt werden. Ein weiteres Thema ist die dauerhafte Auszeichnung der Trittsteinfläche an markanten Punkten durch die NWN Edelstahlplaketten.

2. Trittstein Rutschergraben, Gemeinde St. Gallen (Größe: ca. 40 ha, inkl. Pufferzone unterhalb)

Die Fläche schützt sich weitgehend selbst, ist aber grundsätzlich über das Forststraßennetz erreichbar. Es besteht Einigkeit darüber, dass es kontraproduktiv wäre, diesen Trittstein zu nutzen, um der Öffentlichkeit das Netzwerk Naturwald und den Schutzgebietsverbund zu erklären. Es wäre zu befürchten, dass damit Menschen motiviert werden, diesen entlegenen Trittstein aufzusuchen und sich einerseits in Gefahr zu bringen und andererseits die Ruhe zu stören. Deshalb sollen hier keine Informationstafeln verwendet werden. Ein ausstehendes Thema ist die dauerhafte Auszeichnung der Trittsteinfläche an markanten Punkten durch die NWN Edelstahlplaketten. Dazu wurden Fotopunkte festgelegt, dauerhaft markiert und das Fotomonitoring mit der dazugehörigen Dokumentation gestartet. Ergänzend gibt es einen Steckbrief, der den Charakter und die Lage der Fläche sehr prägnant dokumentiert.

In diesem Trittstein wurde von Mitarbeitern des NPK bereits eine Untersuchung der Käferfauna sowie eine „Biotopkartierung light“ durchgeführt und eine Artenliste begonnen.

3. Trittstein Buglkar /Hochsur, Gemeinde Rosenau am Hengstpass (Größe: 54,7 ha)

Die Fläche schützt sich weitgehend selbst, wird aber im Winter immer wieder von Skitourengehern befahren. Daher wurde diskutiert, ob eine Infotafel mit entsprechenden Erklärungen am Gipfelplateau des Hochsur den Menschen die Besonderheit dieser Fläche bewusst machen und das Abfahren und damit die Störungen verringern kann. Ein weiteres Thema ist die dauerhafte Auszeichnung der Trittsteinfläche an markanten Punkten durch die NWN Edelstahlplaketten. Derzeit sind noch keine Fotopunkte festgelegt und das Fotomonitoring noch nicht gestartet worden.

Eine Untersuchung der Käferfauna wurde bereits durchgeführt und brachte Ergebnisse, die eine besondere Naturnähe der Fläche belegen. Wünschenswert wäre ein Steckbrief der Fläche analog dem Steckbrief der Fläche Rutschergraben der Steiermärkischen Landesforste.

Seggregative versus integrative Maßnahmen

Unstrittig ist, dass auf dem Großteil der großen Fläche des Netzwerk Naturwald nur integrative Maßnahmen realistisch und sinnvoll sind. Trotzdem ist es notwendig, dass einzelne Elemente wie die Trittsteinflächen außer Nutzung sind, um einen funktionalen Verbund zu erreichen.

Weitere Zusammenarbeit im Netzwerk Naturwald

Im Rahmen der nächsten Exkursion sollen auch waldbauliche Maßnahmen in den Blick genommen werden, die die Naturnähe der Bestände erhöhen. Die nächste Zusammenkunft ist für Frühjahr 2018 geplant.