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„Nördliche Kalkalpen/Eisenwurzen/Gesäuse/Dürrenstein“ ist Pilotregion im Rahmen des alpenweiten EU Projektes „Ökologischer Verbund“

Die Region

Die Projektregion ist von der gemeinsamen Geschichte des Kulturraumes Eisenwurzen mit seiner mehr als 800jährigen Nutzungsgeschichte geprägt. Auch heute noch bildet sie einen Kultur- und Wirtschaftsraum. Waren früher die Erzgewinnung und -verarbeitung der wirtschaftliche Motor, so sind es heute Tourismus und Landwirtschaft. Der Landschaftscharakter der Kalkalpen ist von wuchtigen Bergstöcken mit schroffen Felswänden aus Kalk- und Dolomitgesteinen neben bewaldeten, sanftwelligen Mittelgebirgsketten aus weichen, sandigen, mergeligen und schiefrigen Gesteinen geprägt. Weiträumige Gebiete mit geringer Siedlungsdichte und wenig Zerschneidung, großer Waldreichtum (>80 %), eine klein strukturierte Kulturlandschaft, großer Artenreichtum und eine hohe Zahl an Ostalpen-Endemiten (Arten, die NUR HIER vorkommen!) sowie die große Zahl an bereits bestehenden Schutzgebieten mit einer Gesamtfläche von mehr als 200.000 ha zeichnen das Gebiet aus. Die Region dient auch als Bindeglied zu den östlichen Ausläufern der Alpen mit Verbindung in Richtung Karpaten sowie zu den weiter westlich liegenden Schutzgebieten in den Alpen (z.B. Niedere und Hohe Tauern).

Die Region im Rahmen von „ECONNECT – Improving Ecological Connectivity in the Alps”

Die Nationalpark Gesäuse GmbH ist „ECONNECT“-Projektpartner und möchte im Rahmen des Projektes in enger Zusammenarbeit mit den Schutzgebietsverwaltungen des Nationalparks Oö. Kalkalpen und des Wildnisgebietes Dürrenstein einen umfassenden, transparenten Planungsprozess für einen „Ökologischen Verbund“ in der Region starten! Wichtig ist dabei die rechtzeitige und umfassende Einbindung aller InteressensvertreterInnen, die an diesem Projekt mitarbeiten möchten. Dazu zählen neben den Schutzgebietsverwaltungen vor allem Grundeigentümer und Nutzungsberechtigte, VertreterInnen der Land- und Forstwirtschaft, der Jagd und Fischerei, des Wasserbaus sowie der Wildbach- und Lawinenverbauung, der Raumordnung und Regionalentwicklung u. a.

Als Ergebnis sollen im Jahr 2011 konkrete Maßnahmen und Projektanträge für Leader oder LIFE+ Projekte Aber nicht nur die Natur, sondern auch die Region und ihre Bewohner sollen von diesen Projekten profitieren! Als Vision kann die Schaffung einer starken Marke „Region der Natur“, die für naturräumliche Besonderheiten, Qualität und Nachhaltigkeit steht und die Regionalwirtschaft fördern könnte, gelten. Auch die Bewerbung als „Weltnaturerbe“ der UNESCO wird angedacht!

Die erste Veranstaltung zur Präsentation des ECONNECT-Projektes fand am 1. Oktober 2008 in Admont statt. Dabei wurde von unterschiedlichen InteressensvertreterInnen aller drei Bundesländer angeregt über die Inhalte des Projektes und den Planungsprozess diskutiert. Als nächster Schritt ist die Befragung aller wichtigen, potentiellen Partner geplant, um eine Übersicht über bereits laufende bzw. geplante Projekte oder Projektideen zu erhalten und die Zusammenarbeit zu optimieren. In weiterer Folge finden in den kommenden Monaten Veranstaltungen und Workshops in der Region statt. Durch regelmäßige Treffen, einer Website mit Diskussionsforum und der Nutzung weiterer Medien soll ein optimaler Informationsaustausch mit der gemeinsamen Erarbeitung von Projekten gewährleistet sein!

Ausgewählte Links:

Die Projektregion: http://www.umweltbundesamt.at/umweltschutz/
Nationalpark Gesäuse: http://www.nationalpark.co.at
Nationalpark Oö. Kalkalpen: http://www.kalkalpen.co.at
Naturparke Österreich: http://www.naturparke.at
Netzwerk Alpiner Schutzgebiete: http://www.alparc.org
Ökologische Netzwerke in den Alpen: http://alpine-ecological-network.org

Dieses Projekt ist Bestandteil des EU-Umweltschutzprojektes ECONNECT

Das EU-Projekt ECONNECT ist das größte derzeit laufende internationale Forschungsprojekt zur Verbesserung der ökologischen Vernetzungen in den Alpen mit einem Budget von 3,2 Mio. Euro. 16 Projektpartner aus der EU (Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien und Slowenien) und außerhalb der EU (Schweiz und Liechtenstein) arbeiten daran gemeinsam in den kommenden drei Jahren. Das Projekt wird von Österreich aus koordiniert, und zwar durch das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Die Alpen sind die wohl am intensivsten ausgebeuteten Gebirgszüge Europas, gleichzeitig beherbergen sie aber auch einen von Europas größten Pools an Biodiversität: Mit über 30.000 Tier- und 13.000 verschiedenen Pflanzenarten ist die biologische Vielfalt in den Alpen von unschätzbarem Wert. Damit diese vielfältige Tier- und Pflanzenwelt aufrecht erhalten werden kann, müssen die Tiere und Pflanzen die Möglichkeit haben zwischen verschiedenen Habitaten zu wandern – besonders in Zeiten des Klimawandels. Doch wir Menschen hindern sie daran durch die von uns gezogenen Barrieren: dicht besiedelte Gebiete, Autobahnen und Eisenbahntrassen, Flussverbauungen und Kraftwerke. Politische Grenzen bedeuten unterschiedliche Regeln im Naturschutz; grenzüberschreitender Schutz des alpinen Raumes ist noch immer nicht umsetzbar.

Ziel des Projektes

Als Ergebnis des Projektes sollen primär ökologische Verbindungen im alpinen Raum verstärkt werden. In die Gesamtbetrachtung kommen nicht nur bereits geschützte Zonen (z.B. Nationalparks), sondern ebenso Landstriche und Landschaftskorridore mit hoher Biodiversität als Verbindungselemente. Ein Netzwerk alpiner Ökosysteme über Landesgrenzen hinaus soll da wieder entstehen, wo der Mensch Barrieren und Grenzen gesetzt hat.



 
Samstag, 04. Februar 2012
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