Das Leckermoos, eines der größten und schönsten Hochmoore Niederösterreichs, hat unter zahlreichen Eingriffen der Vergangenheit stark gelitten. So wurden zwischen 1939-1941 Entwässerungsgräben angelegt, rund 100 m3 Torf abgebaut und die Randbereiche in den 1970er-Jahren mit Fichten aufgeforstet. In einem von der Schutzgebietsverwaltung Wildnisgebiet Dürrenstein im Auftrag der Gemeinde Göstling a. d. Ybbs durchgeführten Projekt wurde in den Jahren 2004-2006 wieder ein "lebendes" Hochmoor geschaffen. 50% der Projektkosten wurden von der Europäischen Union getragen, die andere Hälfte teilten sich das Land Niederösterreich, die Gemeinde Göstling a.d. Ybbs und die Österreichischen Bundesforste. Die Schutzgebietsverwaltung stellt auch weiterhin sicher, dass das Hochmoor in Zukunft ungestört weiter bestehen kann.
Aktuelles
Das Renaturierungsprojekt am Leckermoos wurde am 5. Juli 2006 mit einem Fest, zu welchem auch die Landesräte DI Josef Plank und Emil Schabel anwesend waren, offiziell abgeschlossen. Bei dieser Gelegenheit wurde der neu errichtete Moor-Erlebnisweg eröffnet, für den der äußerst seltene und im Leckermoos lebende Hochmoor-Perlmuttfalter als Maskottchen dient.
Der Filmemacher Friedrich Rischer hat einen atemberaubenden Film über das rege Treiben im idyllischen Leckermoor erstellt. Am Freitag, den 2. Mai 2008 wurde dieser Film unter großem Besucherinteresse im Göstlinger Turnsaal vorgestellt.
Das Projektgebiet mit einem Flächenausmaß von rund 25 ha besteht in seinem Kern aus dem rund 9 ha großen Hochmoorbereich und in seinem Umfeld aus wertvollen Resten der alten Kulturlandschaft. Im Zuge des Projektes sollen die Hydrologie des Hochmoores verbessert, ein Gürtel von extensiv genutzten Pufferflächen geschaffen und die schleichende Degradation des Hochmoores wieder rückgängig gemacht werden. Gleichzeitig soll dem Besucher auf möglichst naturschonende Weise ein attraktives Ausflugsziel geboten werden.
Zu diesem Zweck wurden folgende Maßnahmen gesetzt:
Die Entwässerungsgräben wurden durch Lärchendämme angestaut und somit der Moorwasserspiegel auf das notwendige Maß gehoben.
Die zentralen Hochmoorteile wurden von den Gehölzen – im wesentlichen Latschen und Fichten - befreit, welche aufgrund der Störungen das Moor zu überwachsen begannen und damit zur drohenden Austrocknung wesentlich beigetragen hätten.
Die Fichtenforste im Süden des Moorgebietes wurden gerodet und stattdessen artenreiche Feuchtwiesen angelegt.
Die Fichtenforste der Randbereiche des Moores wurden intensiv durchforstet, damit wieder standortsgerechte Erlen- und Birken-Bruchwälder aufkommen können.
Auf den an das Hochmoor anschließenden Feuchtwiesen wurde die schonende und extensive Bewirtschaftung wieder aufgenommen.
Rund um das Moor wurde ein Erlebnisweg mit einem Moorsteg eingerichtet, damit Besucher über die Bedeutung des Moores informiert werden und die sensiblen Hochmoorbereiche nicht mehr betreten.