Das Neophytenproblem – was tun?

Es ist ein emotionales Thema und wie bei allen komplexen Problemen gibt es auch hier keine einfache Lösung. Wenn gebietsfremde Arten durch die zunehmende Mobilität des Menschen eingeschleppt werden, kann sich dabei das Konkurrenzgefüge in einem Ökosystem stark verändert. Daher sieht sich der Mensch gezwungen ein Problem zu bekämpfen, das er selbst verursacht hat.

Es benötigt an vielen Stellen große Aufwendungen dem entgegenzuwirken und doch kann die Invasion mancher Ankömmlinge trotzdem nicht aufgehalten werden. Die Frage ist: wie soll darauf reagiert werden und wann macht es überhaupt einen Sinn etwas zu tun?

Auch im Wildnisgebiet setzen wir uns mit dem Problem auseinander. Neophyten, wie der Staudenknöterich und das Springkraut fanden mit Hilfe des Menschen ihren Weg in einen Lebensraum, in dem sie ohne Fremdeinwirkung (mit großer Wahrscheinlichkeit) nicht vorkommen würden.

Wo diese Pflanzen einfallen wächst außer ihnen nichts mehr. Sie breiten sich aus, wo es ihnen passt und es passt ihnen fast überall. Da hilf auch kein Mähen und Ausreißen mehr.

Im Wildnisgebiet sind die betroffenen Stellen so klein und von geringer Ausdehnung, dass es durchaus möglich ist mit genügend Konsequenz die Invasion zu verhindern. Eine Plane, die den Staudenknöterich vollkommen abdeckt soll bewirken, dass die Pflanze nach einigen   Jahren tatsächlich wieder verschwindet. Das Springkraut wurde durch manuelles Ausreißen stark reduziert und das verbliebene geringe Vorkommen vom Rotwild so stark verbissen dass es mittlerweile im Wildnisgebiet nicht mehr vor kommt.

Vom Menschen verbreitete, invasive Arten sind auf jeden Fall ein ernst zu nehmendes Problem, dass nicht immer in den Griff zu bekommen ist und es daher auch in manchen Fällen zwecklos ist es zu versuchen. Wo allerdings bei einem Neuauftreten die Möglichkeit besteht die Gefahr abzuwenden sollte unbedingt rasch und entschlossen gehandelt werden. Dann stehen die Chancen noch sehr gut eine Etablierung und flächige Ausbreitung dauerhaft zu unterbinden.