Das Alpenschneehuhn im Wildnisgebiet Dürrenstein – ein Opfer des Klimawandels?

Unser Klima erwärmt sich und damit gehen einige Veränderungen einher. Aufgrund der bereits eingetretenen und der noch zu erwartenden Temperaturerhöhungen kommt es speziell im alpinen Raum zu Verschiebungen im Artenspektrum. Die Baumgrenze steigt und verdrängt damit Arten, die auf Offenflächen, wie alpine Rasen und Matten angewiesen sind.

Alpenschneehuhn

Eine dieser Arten, die von diesen Veränderungen betroffen sein wird, ist das Alpenschneehuhn (Lagopus mutus). Es gilt als typischer Vertreter der alpinen Höhenstufe und ist daher im gesamten Alpenbogen zu finden. Dabei bevorzugt es reich strukturierte Hänge oberhalb der Waldgrenze, die gute Deckung bieten. Als Nahrungsquelle dienen Triebe, Knospen, Samen und Beeren von Zwergsträuchern und Alpenkräutern.

Durch das Ansteigen der Baumgrenze schrumpfen die Lebensräume dieser Raufußhuhnart drastisch. Gerade in den nördlichen Kalkalpen Niederösterreichs erreichen viele Gipfel nicht einmal 2.000 Meter Höhe. Damit einhergehend dürfte es auch zu einem Verlust des Nahrungsangebotes kommen. Zudem werden immer mehr Almen aufgelassen, was zu einer weiteren Beeinträchtigung dieser Vogelart führt. 

Im Zuge des Projektes soll die aktuelle Situation des Alpenschneehuhns am Dürrenstein im Südwesten Niederösterreichs erfasst werden und die Grundlage bilden für ein Langzeitmonitoring. Motivation dafür ist die Dokumentation der Auswirkungen des Klimawandels auf das Alpenschneehuhn.

Untersuchungsgebiet

Das Untersuchungsgebiet umfasst alle potentiell geeigneten Flächen im Wildnisgebiet Dürrenstein. Als potentiell geeignet wurden Offenlandflächen oberhalb von 1.500 m erachtet. Diese liegen im Gipfelbereich des Dürrenstein und des benachbarten Noten. Obwohl der gehölzdominierte Flächenanteil fast die Hälfte einnimmt, gibt es zwischen den Latschenfeldern genügend offene Bereiche, wie felsdurchsetzte Rasenflächen, Mulden und Wanderwege.

Methoden

Um herauszufinden, wie es um die Alpenschneehühner im Wildnisgebiet derzeit steht, wurde 2016 ein Projekt ins Leben gerufen, im Zuge dessen über 3 Jahre:

  • die Balz- und wenn möglich Brutplätze im Wildnisgebiet erhoben,
  • Kotproben gesammelt und genetisch ausgewertet,
  • mögliche Futterpflanzen kartiert und Klimadaten analysiert werden.

Bei den Begehungen werden geeignete Flächen abgesucht und im Zuge von Synchronzählungen auf spontane Rufnachweise der Hähne geachtet. Dabei wird so weit als möglich das vorhandene Wegenetz genutzt. 

weitere Perspektiven

Diese Studie dient dazu den aktuellen Zustand zu erfassen und mit früheren Daten zu vergleichen. Um hier jedoch mittel- bis langfristige Aussagen treffen zu können, ist vorgesehen, diese Erhebungen nach 5, 10 und 15 Jahren zu wiederholen. Wobei dann nur an eine einjährige Aufnahme gedacht ist.

Literaturempfehlung

Sabathy E. (2014): Verschwindet das Alpenschneehuhn (Lagopus muta) aus Niederösterreich? Kartierungsergebnisse der Jahre 2006-2014 im historischen Vergleich. Vogelkundliche Nachrichten aus Ostösterreich 0025_1-4: 21–41

Mit Unterstützung von Bund, Land und Europäischer Union

Wildnisgebiet Dürrenstein mit freundlicher Unterstützung von Europäischer Union, Land Niederösterreich, Lebensministerium

 

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