Archiv der Kategorie: News aus dem Wildnisgebiet

Das Weltnaturerbezentrum – Haus der Wildnis

Bei der Urkundenverleihung der UNESCO-Weltnaturerbeauszeichnung verkündeten Landeshauptfrau Mikl-Leitner und LHStv Stefan Pernkopf an, dass  diese selten verliehene Auszeichnung eine große Verantwortung mit sich ziehe, die über den Schutz der Gebiete hinaus geht. Daher ist der Bau eines Weltnaturerbezentrums (Hause der Wildnis), in dem der Wert  der Wälder, der Natur und ihre ökologischen Funktionen  vermittelt werden können geplant. 

Die Planung des Gebäudes ist bereits im Laufen, wobei eine starke private Beteiligung maßgeblich zum Erfolg des Projektes beitragen wird. Daher ist die Gründung eines Kuratoriums angedacht.

Das Weltnaturerbezentrum soll ein Regionsprojekt werden werden, das mit Hilfe neuer Techniken und einer interaktiven Ausstellung den Besuchern den Urwald und das gesamte Wildnisgebiet bzw. Weltnaturerbe erlebbar machen soll.

In letzter Konsequenz hängt die Existenz der Menschheit von einfachen, grundsätzlichen, ökologischen Regelkreisläufen ab. Zu den wesentlichen Aufgaben von Schutzgebietsgebieten gehört es auch, an ihrem Beispiel ein Verständnis für diese ökologischen Prozesse von früher Jugend an zu lehren. Am besten verständlich wird die Thematik, indem die emotionale Verbundenheit mit der Natur geweckt wird. Denn in jedem von uns steckt die Liebe zum Leben.

Das Haus der Wildnis  soll diese Form der Lehre ermöglichen, ohne dass eines der letzten Reste unberührter Natur durch ein übermäßiges Betreten von Menschen belastet wird. Auf diese Weise geben wir den nächsten Generationen das Werkzeug in die Hand, ihr eigenes Überleben zu sichern.

 


Überreichung der UNESCO-Weltnaturerbeurkunde

Umweltminister Andrä Rupprechter überreichte die Urkunden an Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und  LH-Stellvertreter Stefan Pernkopf
Umweltminister Andrä Rupprechter überreichte die Urkunden an Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stefan Pernkopf

Am 14. November wurde die Urkunde "Ancient and Primeval Beech Forests of the Carpathians and Other Regions in Europe"  in St. Pölten offiziell an die Schutzgebiete Wildnisgebiet Dürrenstein und Nationalpark Kalkalpen überreicht.

 

LH Mikl-Leitner, BM Rupprechter und LHStv Strugl beteuerten, was für eine Ehre die selten verliehene Auszeichnung des Weltnaturerbes für Österreich ist und wie in weiterer Folge verantwortungsvoll damit umgegangen werden muss! Die Welterbestätte umfasst Wäldern aus zwölf Staaten mit 78 Teilgebieten und 92.000 Hektar an streng geschützten Buchenwäldern. Österreich ist mit rund 7119 Hektar an geschützten Wäldern beteiligt, davon umfasst sind rund die Hälfte der Fläche des Wildnisgebietes Dürrenstein (1867 Hektar) und rund ein Viertel des Nationalparks Kalkalpen (5252 Hektar).

Nicht ein einziges der Gebiete darf von Zerstörung bedroht sein, oder sämtliche Gebiete verlieren ihre Anerkennung. Daher hat der Schutz dieser Flächen besondere Priorität. Teil dieser Verantwortung sei es in Österreich auch ein Weltnaturerbezentrum zu bauen, in dem der Wert  der Wälder und ihre ökologischen Funktionen  vermittelt werden können. 

Am Beginn der Zeremonie wurde eine Videoübertragung der UNESCO abgespielt und ein Film über das gesamte Weltnaturerbe  "Ancient and Primeval Beech Forests of the Carpathians and Other Regions in Europe" gezeigt: Nach der Eiszeit entwickelten sich die Buchenwälder zur dominanten Waldgesellschaft für große Teile Europas. Buchen bildeten oftmals sogar die Baumgrenze. Durch die Urbarmachung unserer Landschaft wurden im Laufe der Jahrtausende große Flächen an Wäldern gerodet und der Waldanteil wurde in vielen Ländern weit unter 50 % gedrückt. Das Waldbild und die Baumartenzusammensetzungen änderten sich infolge des menschlichen Einflusses. Buchenwälder in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen boten eine Vielzahl von Lebewesen Lebensraum. Durch das Zurückdrängen der Buche verloren viele Arten ihre Existenzgrundlage.

Die Auszeichnung als Weltnaturerbestätte soll den Erhalt der letzten naturnahen Buchenwaldreste sichern, damit auch die nächsten Generationen die Chance haben sich am Erbe dieser nahezu unberührten Wälder zu erfreuen.


Das Neophytenproblem – was tun?

Es ist ein emotionales Thema und wie bei allen komplexen Problemen gibt es auch hier keine einfache Lösung. Wenn gebietsfremde Arten durch die zunehmende Mobilität des Menschen eingeschleppt werden, kann sich dabei das Konkurrenzgefüge in einem Ökosystem stark verändert. Daher sieht sich der Mensch gezwungen ein Problem zu bekämpfen, das er selbst verursacht hat.

Es benötigt an vielen Stellen große Aufwendungen dem entgegenzuwirken und doch kann die Invasion mancher Ankömmlinge trotzdem nicht aufgehalten werden. Die Frage ist: wie soll darauf reagiert werden und wann macht es überhaupt einen Sinn etwas zu tun?

Auch im Wildnisgebiet setzen wir uns mit dem Problem auseinander. Neophyten, wie der Staudenknöterich und das Springkraut fanden mit Hilfe des Menschen ihren Weg in einen Lebensraum, in dem sie ohne Fremdeinwirkung (mit großer Wahrscheinlichkeit) nicht vorkommen würden.

Wo diese Pflanzen einfallen wächst außer ihnen nichts mehr. Sie breiten sich aus, wo es ihnen passt und es passt ihnen fast überall. Da hilf auch kein Mähen und Ausreißen mehr.

Im Wildnisgebiet sind die betroffenen Stellen so klein und von geringer Ausdehnung, dass es durchaus möglich ist mit genügend Konsequenz die Invasion zu verhindern. Eine Plane, die den Staudenknöterich vollkommen abdeckt soll bewirken, dass die Pflanze nach einigen   Jahren tatsächlich wieder verschwindet. Das Springkraut wurde durch manuelles Ausreißen stark reduziert und das verbliebene geringe Vorkommen vom Rotwild so stark verbissen dass es mittlerweile im Wildnisgebiet nicht mehr vor kommt.

Vom Menschen verbreitete, invasive Arten sind auf jeden Fall ein ernst zu nehmendes Problem, dass nicht immer in den Griff zu bekommen ist und es daher auch in manchen Fällen zwecklos ist es zu versuchen. Wo allerdings bei einem Neuauftreten die Möglichkeit besteht die Gefahr abzuwenden sollte unbedingt rasch und entschlossen gehandelt werden. Dann stehen die Chancen noch sehr gut eine Etablierung und flächige Ausbreitung dauerhaft zu unterbinden.


Baumklettern für Nistkästen

Anfang Oktober 2017 wurde im Wildnisgebiet erstmals die Baumklettertechnik angewandt, um zwei Nistkästen in sehr steilem Gelände zu warten bzw. zu reparieren. Multitalent und Baumkletterer Stefan Knöpfer (www.ornithoclimbing.at) unterstützte uns mit seinem Können, seiner Geschicklichkeit und seinem ökologischen Verständnis tatkräftig und mit vollem Einsatz, um zwei Nistkästen zu demontieren und einen davon zu reparieren. Ornithologe und Eulenmonitoring-Kollege Gerhard Rotheneder unterstützte uns mit der Baumklettertechnik tatkräftig und mit vollem Einsatz bei der Wiedermontage des Lärchennistkastens.

Das sichere Ersteigen hoher oder alter Bäume bedarf speziellen Baumklettertechniken. Wichtig ist dabei, den Baum so wenig wie möglich zu beeinflussen, da jede Beeinträchtigung dem teilweise sensiblen Biotop schaden kann. Besonders ist der Einsatz von Steigeisen bei Bäumen, die nicht gefällt werden sollen, zu vermeiden, da durch die entstehenden Wunden Krankheitserreger eingetragen werden können. Solche Vorgänge passieren ebenfalls auf natürlichem Wege, wir haben aber die Möglichkeit diese zu vermeiden. Gerade bei Urwaldbäumen ist die SRT (Single Rope Technik) zu bevorzugen, da es zu fast keiner Seilreibung an den Ankerpunkten kommt. Der dort oft spezielle Moosbewuchs und die Kleinstorganismen in den Gabeln werden dadurch nicht beschädigt. Epiphyten werden nicht zerstört. 

Das Seil wird mittels Schleuder und Zugleine eingebaut. Aufgestiegen wird mit verschiedenen Equipment, darunter verschiedene Rollen und Klemmen wie Bruststeig- und Fußsteigklemme. Auch Klemmknotenseile spielen eine wichtige Rolle. Das Baumklettern bringt natürlich auch immer ein gewisses Risiko mit sich, da ein Unfall im Baum schwere Folgen für den Kletterer haben kann. Daher sind eine Ausbildung und ein Wissen über die Risiken und deren Vermeidung sowie regelmäßiges Training unumgänglich!

Die beiden gewarteten Nistkästen wurden 2009 in der Anfangsphase der Habichtskauz-Wiederansiedlung montiert. Bei dem ersten gewarteten Nistkasten handelte es sich um einen Plastiknistkasten - das Nistkastenmodell, das im Biosphärenpark Wienerwald verwendet wird und wovon damals von Projektleiter Richard Zink vier Stück in der Region um das Wildnisgebiet montiert wurden. Der zweite gewartete Nistkasten war ein Lärchennistkasten im Westteil des Wildnisgebietes, der damals vom Wildnisgebietsteam montiert wurde. Die Nistkästen wurden abmontiert und in gewartetem Zustand wieder montiert.

Seit 2012 gab es in der Region um das Wildnisgebiet einige Habichtskauz-Bruten. Aber auch andere Vogelarten brüten in den Nistkästen: Waldkäuze brüten in den Nistkästen vor allem in Wirtschaftswäldern außerhalb des Wildnisgebietes. Bei den Nistkastenkontrollen wurden auch schon ein Trauerschnäpper, eine Hohltaube und ein Kleiber in den Nistkästen gefunden.

Text: Stefan Knöpfer, Ingrid Kohl

Fotos: Ingrid Kohl

www.ornithoclimbing.at

www.natuerlichkunst.at

 


World Owl Conference 2017

Die World Owl Conference 2017 fand von 26. bis 30. September 2017 in der UNESCO Weltkulturerbestadt Évora in Portugal statt. Tagungsort war die Universität Évora, das Colégio do Espírito Santo. In der Vergangenheit hatte die World Owl Conference 1987 und 1997 in Manitoba in Canada, 2000 in Canberra in Australien sowie 2007 in Groningen in den Niederlanden stattgefunden.

Auch das Wildnisgebiet war auf der World Owl Conference 2017 in Évora mit Vorträgen über die dort durchgeführten Eulenprojekte vertreten, sowohl zur Hauptkonferenz als auch bei einem Workshop: während der Hauptkonferenz wurden am 29. September 2017 das Eulenmonitoring (Thomas Hochebner, Ingrid Kohl) sowie die Habichtskauz-Wiederansiedlung (Ingrid Kohl) vorgestellt; im Workshop am 26. September 2017 konnten die Telemetrie-Techniken aus dem Habichtskauzprojekt (Ingrid Kohl) näher beleuchtet werden.

Beitrag des Wildnisgebietes auf der Konferenz

Somit war das Wildnisgebiet am WOC 2017 in Évora mit drei Vorträgen vertreten. In einem vierten Vortrag, in dem es um das Gesamtprojekt der Wiederansiedlung des Habichtskauzes in Österreich ging (Richard Zink), war das Wildnisgebiet Thema als eines der beiden Freilassungsgebiete neben dem Biosphärenpark Wienerwald. Im Telemetrie-Workshop wurden die Besenderungsmethoden als auch die Telemetrietechnologien vorgestellt, die im Wildnisgebiet seit 2009 im Habichtskauzprojekt angewandt wurden und werden (Ingrid Kohl). Zur Hauptkonferenz wurde das Habichtskauzprojekt im Wildnisgebiet sowie die wichtigsten Ergebnisse von 2009 bis 2017 vorgestellt (Ingrid Kohl). Im Vortrag über das Eulenmonitoring-Projekt im Wildnisgebiet, das seit 2015 durchgeführt wird (Thomas Hochebner, Ingrid Kohl) wurden die Ergebnisse der ersten drei von fünf Projektjahren vorgestellt. In Abhängigkeit zu Buchenmast-Zyklen und Kleinsäuger-Zyklen konnten in den ersten drei Jahren des Eulenmonitorings in unterschiedlicher Häufigkeit Raufußkäuze, Sperlingskäuze, Waldkäuze, Habichtskäuze und im Sommer 2017 erstmals junge Waldohreulen festgestellt werden. Mit einer Seehöhe von mehr als 1.400 m NN gehört dieser Brutnachweis von Waldohreulen zu den höchsten Österreichs.

Damit waren das seit 2008 durchgeführte Habichtskauz-Projekt in Österreich bzw. im Wildnisgebiet sowie das seit 2015 durchgeführte Eulenmonitoring-Projekt im Wildnisgebiet zwei von ganz wenigen Projekten aus dem deutschsprachigen Raum, die am WOC präsentiert wurden.

Das Wildnisgebiet Dürrenstein mit dem Urwald Rothwald ist ein IUCN Schutzgebiet der Kategorien Ia (Strict Nature Reserve) und Ib (Wilderness Area) sowie UNESCO Weltnaturerbe. Mit einem Urwald von 400 ha in Mitteleuropa und seinem strengen Schutzstatus auf einer Fläche von derzeit 3.500 ha hat das Wildnisgebiet besondere Bedeutung als Reservat für viele seltene Arten und somit als Genpool, als besonderes Habitat für alle Organismengruppen sowie mit seinen mächtigen Bäumen Brutmöglichkeiten für alle Baumhöhlenbrüter wie auch die Eulen. Dadurch war das Wildnisgebiet mit seinem Lebensraum als einzigartiges Schutzgebiet in Mitteleuropa prädestiniert, seine Eulenfauna auf der World Owl Conference 2017 vorzustellen. In einem Urwald, Wildnisgebiet oder Altholzbestand gibt es nicht nur viele Brutmöglichkeiten für Eulen, auch die Koexistenz mehrerer Eulenarten ist einfacher in einem Lebensraum wie diesem durch das Angebot an Brutmöglichkeiten, Deckung sowie das Nahrungsangebot.

Die World Owl Conference 2017

121 Teilnehmer aus 30 Nationen aus der ganzen Welt nahmen an der Konferenz teil. Das Konferenzprogramm bestand aus zwei Workshops, einem Round Table, einem Symposium, vier Keynote-Vorträgen, 63 Vorträgen, 23 Postern, einer Weinverkostung, einem abendlichen Fado-Konzert sowie zwei Exkursionen anschließend an die Konferenz am 1. Oktober 2017. Am ersten Konferenztag befassten sich die zwei Workshops mit Bildungsarbeit sowie Telemetrie, Nestcams und Datenanalysen; das Symposium behandelte die Themen Hochspannungsleitungen, Windkraftanlagen sowie Verkehrsopfer; der Round Table behandelte die Schleiereule und grenzübergreifende Forschung.

Die vier folgenden Vortragstage wurden ohne Parallelsessions durchgeführt, sodass alle Vorträge gehört werden konnten. Es waren unter anderem Forscher aus Australien, Japan, China, Nepal, Indien, Südafrika, Ägypten, Hawaii, Canada, USA, México, Finnland, Norwegen, Griechenland, Ukraine, Schottland, England, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Slowenien, Schweiz, Österreich, Spanien und Portugal als Gastgeberland vertreten. Es konnten Forschungsarbeiten, Bildungsarbeit sowie Artenschutzprojekte aus vielen Teilen der Erde vorgestellt werden.

Mit Keynote-Vorträgen beehrten Pertti Saurola aus Finnland, David H. Johnson aus den USA, Al Vrezec aus Slowenien sowie Erkki Korpimäki aus Finnland die Konferenzteilnehmer. Themenblöcke der vier Vortragstage umfassten Brutbiologie und Verhalten, Artenschutz und Lebensraumerhaltung, Kultur, Methoden, Evolution, Taxonomie und Phylogenie, Monitoring, Migration und Verbreitung, Wanderverhalten und Habitat sowie Ökologie. Behandelt wurden unter anderem Eulenarten wie Schleiereule, Kaninchenkauz, Sumpfohreule, Schneeeule, Bartkauz, Habichtskauz, Waldkauz, Raufußkauz, Sperlingskauz, Uhu, Zwergohreule, Steinkauz, Fahlkauz, Schmuckeule oder Schmuck-Zwergohreule (Unterart: Lanyu-Schmuckeule), Mangokauz, Streifenkauz, Virginia-Uhu, Davidskauz, Pueo oder Hawaiianische Sumpfohreule, Sägekauz sowie Kläfferkauz. Waren zur Zeit der World Owl Conference 2007 erst 206 Eulenarten weltweit anerkannt, waren es 2017 bereits 247 beschriebene Eulenarten weltweit.

Eröffnet wurde die Konferenz durch die Rektorin der Universität Évora Ana Costa Freitas, dem Bezirkshauptmann von Évora Carlos Pinto de Sá, dem Präsidenten von CCDR Alentejo Roberto Pereira Grilo, dem Direktor vom ICNF Alentejo Department für Naturschutz und Wälder Pedro Rocha sowie dem Vorsitzenden von LabOr/ICAAM João E. Rabaça. Das wissenschaftliche Komitee setzte sich zusammen aus David H. Johnson (Global Owl Project), James Duncan, Dries Van Nieuwenhuyse, Ricardo Tomé, Rui Lourenço und Inês Roque. Das Organisationsteam vor Ort bestand aus Inês Roque, Carlos Godinho, Rui Lourenço, Ana Marques sowie João E. Rabaça. Das internationale Netzwerk setzte sich zusammen aus Hein Bloem, Roy Leigh, Karla Bloem, James Duncan, Dries Van Nieuwenhuyse, David H. Johnson und Aki Higuchi. Das Freiwilligenteam setzte sich zusammen aus André Oliveira, Cátia Gamito, Patrícia Santos, Pedro Freitas, Pedro Ribeiro, Rui Silva, Shirley Horst, Cláudia Lopes und Luisa Crisóstomo.

Ein herzlicher Dank gilt dem gesamten Organisationsteam sowie allen Teilnehmern für das Ermöglichen einer derart reichhaltigen und wertvollen Weltkonferenz!

Fotos: Rui Lourenço, Assen Ignatov, Thomas Hochebner, Ingrid Kohl

www.woc2017.uevora.pt/en/ 

www.woc2017.uevora.pt/en/programme/

World Owl Conference 2017

 


Gratulation den Gewinnern des Schätzspieles vom WELTNATURERBEFEST

Wir wollten wissen wie viele Bucheckern im Glas sind und es galt genau 610 Stück zu erraten. Mit ihrer Schätzung haben die folgenden Gewinner die begehrten Preise ergattert:

  1. Preis: Regina  Blaimauer - Teilnahme an einer Führung in das Wildnisgebiet Dürrenstein für 2 Personen
  2. Preis:  Leopold Blaimauer - 1 Buch: Wildnisgebiet Dürrenstein – Wäldern aus längst vergangenen Tagen (Bildband)
  3. Preis: Kilian    Hauß - 1 Buch: Die Brutvögel des Wildnisgebiets Dürrenstein
  4. Preis: Hannes Hilbinger - 1 Buch: Die Tagfalter des Wildnisgebietes Dürrenstein
  5. Preis: Kerstin  Heiss - 1 Buch: Die Fische, Amphibien und Reptilien des Wildnisgebietes Dürrenstein

 

Das Team der Schutzgebietsverwaltung des WILDNISGEBIETES DÜRRENSTEIN bedankt sich für die Teilnahme an dem Spiel und wünscht viel Freude mit den Preisen!


Das WeltNATURERBE-Fest – eine Region hat gefeiert!

Trotz des regnerischen Wetters fanden sich zahlreiche Besucherinnen und Besucher am 8. Oktober in Göstling ein, um gemeinsam mit LH-Stv. Dr. Stephan Pernkopf und Harry Prünster auf die Auszeichnung anzustoßen.

Am Sonntag fand das WeltNATURERBE-Fest zu Ehren des Wildnisgebiets Dürrenstein in Göstling an der Ybbs statt. Auf der Veranstaltung feierten über 400 Besucherinnen und Besucher gemeinsam mit LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf die Auszeichnung der europäischen Buchenurwälder zum UNESCO-Weltnaturerbe. Unter ihnen befand sich auch der Direktor des Nationalparks Kalkalpen, Dr. Erich Mayrhofer, denn auch im Nationalpark wurden Buchenwälder in das Weltnaturerbe aufgenommen. Die Festgemeinschaft ließ sich von Moderator Harry Prünster durch den Tag führen und genoss dabei regionale Köstlichkeiten, wie das speziell für das Fest gebraute WeltNATURERBE-Bier und die von den Bäuerinnen kreierte süße Wildnisgebiet-Spezialität. „Wir möchten den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern die Bedeutung und den Wert unserer Natur und der Schutzgebiete im Naturland Niederösterreich näher bringen. Das WeltNATURERBE-Fest bietet den perfekten Rahmen, um das UNESCO-Weltnaturerbe Wildnisgebiet Dürrenstein einerseits zu feiern und es andererseits bei den geführten Wanderungen im Leckermoor zu entdecken“, so LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf. In seiner Ansprache betonte Stephan Pernkopf die herausragende Arbeit des gesamten Wildnisgebietsteams rund um Christoph Leditznig, ohne welches dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre.

Auch die drei Wildnisgebiets-Bürgermeister LAbg. Renate Gruber (Gaming), Friedrich Fahrnberger (Göstling/Ybbs) und Martin Ploderer (Lunz/See) betonten, dass diese einzigartige Auszeichnung für die gesamte Region einen Mehrwert bedeuten wird. Sie sehen das Wildnisgebiet bzw. das Weltnaturerbe als integratives Element für das südwestliche Niederösterreich, das gerade in einer sich ändernden „Tourismuslandschaft“ als „Zugpferd“ gesehen werden kann. Christoph Leditznig hielt in seiner Kurzvorstellung fest: „Das Wildnisgebiet Dürrenstein ist ein kleiner Baustein, im Bestreben auf ökologisch wertvollen Flächen Natur Natur sein zu lassen. Der Mensch sei hier nur Beobachter und Lernender.“ „Nur so können wir die Natur in seiner ursprünglichsten Form erhalten und den nächsten Generationen übergeben,“ so Leditznig weiter.

Die Initiative ‚Naturland Niederösterreich‘ hat sich zum Ziel gesetzt, die natürliche Vielfalt im Bundesland aufzuzeigen und Bewusstsein für den Wert und die Notwendigkeit der Erhaltung unserer Naturräume zu schaffen. Das WeltNATURERBE-Fest bot den vielen Naturinteressierten die Gelegenheit, um die Natur vor der Haustür besser kennen zu lernen. Am Fest konnte das abwechslungsreiche Programm die Besucherinnen und Besucher, trotz des schlechten Wetters, begeistern. Nach dem Festprogramm mit Stargast Harry Prünster fand die Veranstaltung mit dem Frühschoppen und der Musikkapelle aus Göstling einen gemütlichen Ausklang. Informationsstände zum Wildnisgebiet Dürrenstein, dem Naturland Niederösterreich, der Energie- und Umweltagentur NÖ und dem Nationalpark Kalkalpen versorgten die Festgäste mit interessanten Fakten. Für die kleinen Besucherinnen und Besucher gab es ein spannendes Kinderprogramm mit lehrreichen Wissensspielen.


Gäste in den Fledermausquartieren

Auch in diesem Jahr wurden (bis auf wenige Ausnahmen) alle 150 Quartierkästen in Niederösterreich (Raum Lunz, Göstling, Hollenstein) und der Steiermark (Raum Palfau, Salza- und Lassingtal) zweimal kontrolliert, einmal im Frühjahr und einmal im Herbst 2017.

Nachdem die Kästen 2013 und 2014 angebracht wurden, dauerte es mehrere Jahre, bis sie häufiger von Fledermäusen frequentiert wurden: 2016 wurden z.B. 16 Tiere nachgewiesen, 2017 waren es bereits 24 Tiere. Das ist ein deutlicher und erfreulicher Zuwachs.

Eine genaue Bestimmung der Fledermäuse ist, vor allem wenn sie sich in den obersten Winkel der Quartierbretter verkrochen haben, nicht immer möglich, da das Verletzungsrisiko beim Herausholen zu groß wäre. Trotzdem lässt sich sagen, dass die Zwergfledermäuse (Pipistrellus pipistrellus) am häufigsten in den Quartieren anzutreffen sind. Rang 2 belegt die Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus). Erfreulich ist auch der Nachweis eines Langohrs, vermutlich ein Braunes Langohr (Plecotus auritus).

Die Fledermausbretter aus Lärchenholz sind übrigens deutlich beliebter als die Rundkästen aus Holzbeton. Drei Bretter sind bereits richtige „Stammlokale“, in denen bereits das vierte Jahr in Folge immer wieder Fledermäuse nachgewiesen werden.


Am 8. Oktober findet das WeltNATURERBE-Fest statt

Das gemeinsam mit dem Nationalpark Kalkalpen wird das Wildnisgebiet Dürrenstein das erst UNESCO-Weltnaturerbe in Österreich: Das wollen wir am 8. Oktober in Göstling an der Ybbs feiern!

• Sonntag, 8. Oktober 2017
• Göstling an der Ybbs, Dorfplatz
• Beginn: 11.00 Uhr

Ein unterhaltsames Programm und schmackhafte Köstlichkeiten aus der Region erwarten Sie!

Programm des WeltNATURERBE-Festes

ab 11.00 Uhr:
Festprogramm mit LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf und Stargast Harry Prünster mit anschließendem Frühschoppen der Blasmusikkapellen Gaming, Göstling und Lunz
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Programmhighlights

• Anstich WeltNATURERBE-Bier
• Präsentation der süßen Wildnisgebiet-Spezialität
• Kostenlose geführte Wanderungen im Leckermoor
• Auftritt der Kinderschuhplattler
• Kinderprogramm
• Freie Verpflegung
• Gewinnspiel mit tollen Preisen (Hauptpreis: Teilnahme an einer Führung in das Wildnisgebiet Dürrenstein für 2 Personen)

Das Wildnisgebiet Dürrenstein und die Energie- und Umweltagentur Niederösterreich (eNu) versorgen Sie vor Ort nicht nur mit Informationen über das Naturland NÖ, sondern verköstigen Sie auch mit regionalen Schmankerln von "So Schmeckt NÖ".


Erstentdeckung Waldohreulen

Am 14. August 2017 wurde im Wildnisgebiet ein neuer Brutvogel für das Wildnisgebiet entdeckt: die Waldohreule! Somit sind 6 Eulenarten für das Wildnisgebiet bekannt, wovon 5 Arten im Wildnisgebiet brüten. Nicht nur für das Wildnisgebiet ist die Erstentdeckung bemerkenswert: Hiermit handelt es sich mit über 1.400 m Seehöhe um den bisher höchstgelegenen Brutnachweis der Waldohreule für Niederösterreich bzw. um einen der höchstgelegenen Brutnachweise für Österreich.

Im Zuge einer pflanzen- und schmetterlingskundlichen Exkursion am 14. August 2017 erkundeten Eulen- und Schmetterlingsforscher Gerhard Rotheneder, Schmetterlingsforscher Wolfgang Stark sowie Botaniker Thomas Gassner das Wildnisgebiet oberhalb der Waldgrenze. Bereits bei Einbruch der Dunkelheit waren in nächster Nähe junge Waldohreulen zu hören. Es waren zumindest drei verschiedene Jungvögel zu vernehmen. Die Tiere waren die ganze Nacht hindurch sehr aktiv und ruffreudig.

Am 26. August 2017 konnte die Beobachtung durch Eulenforscher Thomas Hochebner bestätigt werden. Die jungen Waldohreulen begannen in der Dämmerung zu rufen und riefen immer wieder durch die Nacht hindurch.

Das Team des Wildnisgebietes freut sich sehr über die Neuentdeckung und dankt den Mitarbeitern des Kleineulenprojektes, Herrn Gerhard Rotheneder und Herrn Thomas Hochebner, für die Erstentdeckung sowie Wiederbestätigung der jungen Waldohreulen im Wildnisgebiet!