Archiv der Kategorie: News aus dem Wildnisgebiet

Band 6 der Silva Fera erschienen

Im Mai 2017 erschien Band 6 unserer wissenschaftlichen Nachrichten "Silva Fera".

Silva Fera 6 (Mai 2017)

Vier Artikel aus unterschiedlichen Fachbereichen zeigen die Vielfalt der Forschungs- und Naturschutzarbeit im Wildnisgebiet:

  • Pollenanalytische Untersuchungen zur Vegetationsgeschichte (A. Brande, K. Splechtna & S. Zerbe)
  • Vergleich verschiedener Telemetrie-Systeme im Wiederansiedlungsprojekt Habichtskauz (I. Kohl & C. Leditznig)
  • Entomofaunistische Untersuchungen: Pflanzenwespen und Hummeln (T. Kust)
  • Das Licht der Nacht über dem Wildnisgebiet (G. Wuchterl - über die Lichtmessungen auf der Legsteinalm)

Der Band kann - wie alle bisher erschienenen Bände - auf unserer Website als Druckversion bestellt oder als PDF-File gratis herunter geladen werden: zum Silva Fera Download.

Wir wünschen eine interessante Lektüre und freuen uns über Anregungen und Beiträge für zukünftige Ausgaben!


Die Exkursion zu den bestehenden Trittsteinflächen des Netzwerk Naturwald

 

Am 8. Mai fand eine Begehung der drei bestehenden Trittsteinflächen des Netzwerk Naturwald, von denen zwei in der Steiermark und einer in Oberösterreich liegen, statt. Das Netzwerk Naturwald hat mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad weit über die Region hinaus. Vor allem im Zusammenhang mit der Pilotregion der Plattform Ökologischer Verbund Alpenkonvention spielt das Projekt eine wichtige Rolle. Die Exkursion dient dazu, den an der Umsetzung beteiligten Personen die Möglichkeit zu bieten, die drei Trittsteinflächen kennen zu lernen und vor allem, anstehende Fragen und die zukünftige Zusammenarbeit zu besprechen. Die bisherigen Ergebnisse des Projekts Netzwerk Naturwald sollen auch dem Bundesminister für Land-, Forst-, Umwelt und Wasserwirtschaft zur Vorbereitung der Ministerkonferenz der Alpenländer, die im Oktober in München stattfindet, vorgelegt werden, in der der BM derzeit den Vorsitz innehat.

1. Trittstein Steinwald, Gemeinde Landl (Größe: 38,1 ha)

Die Fläche schützt sich weitgehend selbst, kann aber gut betrachtet werden. Es besteht also Einigkeit darüber, dass es Sinn macht, diesen Trittstein zu nutzen, um der Öffentlichkeit das Netzwerk Naturwald und den Schutzgebietsverbund zu erklären. Am besten kann dies durch 2 – 3 Tafeln entlang des Wanderwegs in Verbindung mit einer Schautafel im nahe gelegenen Forstmuseum umgesetzt werden. Ein weiteres Thema ist die dauerhafte Auszeichnung der Trittsteinfläche an markanten Punkten durch die NWN Edelstahlplaketten.

2. Trittstein Rutschergraben, Gemeinde St. Gallen (Größe: ca. 40 ha, inkl. Pufferzone unterhalb)

Die Fläche schützt sich weitgehend selbst, ist aber grundsätzlich über das Forststraßennetz erreichbar. Es besteht Einigkeit darüber, dass es kontraproduktiv wäre, diesen Trittstein zu nutzen, um der Öffentlichkeit das Netzwerk Naturwald und den Schutzgebietsverbund zu erklären. Es wäre zu befürchten, dass damit Menschen motiviert werden, diesen entlegenen Trittstein aufzusuchen und sich einerseits in Gefahr zu bringen und andererseits die Ruhe zu stören. Deshalb sollen hier keine Informationstafeln verwendet werden. Ein ausstehendes Thema ist die dauerhafte Auszeichnung der Trittsteinfläche an markanten Punkten durch die NWN Edelstahlplaketten. Dazu wurden Fotopunkte festgelegt, dauerhaft markiert und das Fotomonitoring mit der dazugehörigen Dokumentation gestartet. Ergänzend gibt es einen Steckbrief, der den Charakter und die Lage der Fläche sehr prägnant dokumentiert.

In diesem Trittstein wurde von Mitarbeitern des NPK bereits eine Untersuchung der Käferfauna sowie eine „Biotopkartierung light“ durchgeführt und eine Artenliste begonnen.

3. Trittstein Buglkar /Hochsur, Gemeinde Rosenau am Hengstpass (Größe: 54,7 ha)

Die Fläche schützt sich weitgehend selbst, wird aber im Winter immer wieder von Skitourengehern befahren. Daher wurde diskutiert, ob eine Infotafel mit entsprechenden Erklärungen am Gipfelplateau des Hochsur den Menschen die Besonderheit dieser Fläche bewusst machen und das Abfahren und damit die Störungen verringern kann. Ein weiteres Thema ist die dauerhafte Auszeichnung der Trittsteinfläche an markanten Punkten durch die NWN Edelstahlplaketten. Derzeit sind noch keine Fotopunkte festgelegt und das Fotomonitoring noch nicht gestartet worden.

Eine Untersuchung der Käferfauna wurde bereits durchgeführt und brachte Ergebnisse, die eine besondere Naturnähe der Fläche belegen. Wünschenswert wäre ein Steckbrief der Fläche analog dem Steckbrief der Fläche Rutschergraben der Steiermärkischen Landesforste.

Seggregative versus integrative Maßnahmen

Unstrittig ist, dass auf dem Großteil der großen Fläche des Netzwerk Naturwald nur integrative Maßnahmen realistisch und sinnvoll sind. Trotzdem ist es notwendig, dass einzelne Elemente wie die Trittsteinflächen außer Nutzung sind, um einen funktionalen Verbund zu erreichen.

Weitere Zusammenarbeit im Netzwerk Naturwald

Im Rahmen der nächsten Exkursion sollen auch waldbauliche Maßnahmen in den Blick genommen werden, die die Naturnähe der Bestände erhöhen. Die nächste Zusammenkunft ist für Frühjahr 2018 geplant.

 


Beringen der Jungen Habichtskäuze

Der starke Schneefall Ende April kam nicht nur für uns sehr überraschend. Auch die Habichtskäuze hatten mit Sicherheit nicht mehr damit gerechnet. Daher ist es umso erfreulicher, dass trotzdem von 7 Bruten im Wildnisgebiet Dürrenstein und in der Umgebung 4 erfolgreich waren.

Insgesamt gibt es bisher 14 junge Käuze (1x5 Junge, 1x4 Junge, 2x3 Junge und 1x2 Junge). Von diesen wurden 11 bereits beringt. Die restlichen 3 konnten nicht beringt werden, da es durch den Schnee unmöglich war mit der Ausrüstung rechtzeitig hinzukommen. Die 3 haben aber erfolgreich das Nest verlassen. Ein vierter Junger ist vermutlich aufgrund des Wintereinbruches verhungert. Wir hoffen, dass durch das Verhören von Jungvögeln in Revieren, wo kein Brutplatz gefunden werden konnte, noch die eine oder andere erfolgreiche Brut gefunden wird.

Heuer wurden die Tiere mit hellgrünen Ringen am linken Bein versehen. Um sie von Nachzuchten in den Volieren unterscheiden zu können, wurden sie auch mit schwarzen Aluringen versehen.


Ein Weidenbogen wird das Tor zum Wildnisgebiet

Am 31. März haben die Bauarbeiten des Weidenbogens begonnen, der in Zukunft im Steinbachtal das Tor ins Wildnisgebiet darstellt. Dafür werden Weidenstecklinge gepflanzt, die anwurzeln und entlang des Gerüstes frische Triebe bilden. In drei Jahren etwa werden die Weiden das Gerüst vollständig umschließen und der Bogen sich in voller Pracht präsentieren.

Im Anschluss entsteht ein neuer Erlebnisweg, der die Besucher direkt vom Parkplatz zum Beginn des Eulenweges führt. Entlang des Steinbaches und durch dichten Wald gibt es dann einiges zu erforschen. Die Entdeckungsreise wird von 5 Stationen begleitet, die auf interessante Details aufmerksam machen.

 


Drei neue Umweltschutzorgane für den Bezirk Scheibbs

Die neu bestellten Umweltschutzorgane Sabine Fischer, Ingrid Kohl und Nina Schönemann

Am 15. März 2017 wurden die Wildnisgebiets-Mitarbeiterinnen Sabine Fischer, Ingrid Kohl und Nina Schönemann von der Bezirkshauptmannschaft Scheibbs zu Umweltschutzorganen vereidigt.

Sie sind nun - wie ihre Kollegen - als öffentliche Wachen für den Verwaltungsbezirk Scheibbs bestellt und haben Personen, die schädigende und rechtswidrige Eingriffe in die Umwelt durchführen oder veranlassen, sowie Grundeigentümer/-innen, über Missstände und die möglichen Folgen, einschließlich der Rechtsfolgen, zu informieren und können gegebenenfalls Anzeige erstatten.

In einer mündlichen Prüfung  vor der Bezirksverwaltungsbehörde hatten die Kandidatinnen nachzuweisen, dass sie mit den Aufgaben, Rechten und Pflichten eines Umweltschutzorgans vertraut sind. Kenntnisse der umweltrelevanten Rechtsvorschriften (NÖ Naturschutz-, Umweltschutz-, Forst-, Abfallwirtschaftsgesetz etc.) waren nachzuweisen. Die Bestellung erfolgte durch Übergabe des Dienstausweises sowie des Dienstabzeichens und Beeidigung.


Das Besucherprogramm 2017 ist da!

Wildnisgebiet Dürrenstein – Besucherprogramm 2017Jedes Jahr entwickelt die Schutzgebietsverwaltung ein weit gefächertes Exkursionsprogramm für interessierte Personen, um Verständnis für die Natur, aber auch für Schutzgebiete zu wecken. Hinweise auf sonst oft wenig beachtete Besonderheiten und das Erläutern ökologischer Zusammenhänge bewirken eine Sensibilisierung für die Bedeutung von Naturschutz. Die Bandbreite der Themen reicht vom Besuch des Rothwalds, über Führungen zu speziellen Themen, wie „Flora“ oder „Geologie“, bis hin zu Angeboten für Kinder.

Am 16.01. ist das Besucherprogramm 2017 erschienen und informiert über die Inhalte, Termine, sowie Angaben zum Schwierigkeitsgrad der geführten Wanderungen. Zu finden ist es sowohl online, als auch als Printversion.

Wir wünschen auch in diesem Jahr viel Spaß beim Erforschen, Entdecken und Genießen!

Auskunft:

 Wildnisgebietsverwaltung
Telefon: +43 (0) 680 402 12 66
bzw.  über das Kontaktformular

oder

Tourismusverein Göstlinger Alpen 3345 Göstling/Ybbs
Telefon: +43 (0) 7484 26060-60
E-Mail: info@goestling-hochkar.at
www.ybbstaler-alpen.at

Anmeldungen zu Führungen

Anmeldungen sind seit dem 16. Jänner 2017 um 10.00h möglich.
Dazu gibt es auf jeder Seite zu einer Wanderung  einen Link (Button) zum Buchungssystem des Tourismusvereins Göstlinger Alpen.
Anmeldungen zu Wanderungen können nur ausschließlich über dieses Buchungssystem entgegengenommen werden.

→ Weiter zur Veranstaltungsübersicht

Moorexkursion "Das Hochmoor Leckermoor" am Montagnachmittag, Mittwochvormittag und Freitagnachmittag:
Bitte  melden Sie sich direkt bei Familie Zettel (Ablass) unter Tel.: 07484/2422 an.

"Wandern, Spielen, Entdecken - für Familien mit Kindern am Leckermoor":
Anmeldungen  direkt bei Monika Zettel unter Tel.: 0664/73000548


NP Kalkalpen: OGH bestätigt Schadenersatzanspruch nach Luchsabschuss

Der Oberste Gerichtshof hat der Revision des Nationalpark Kalkalpen Folge geleistet und das erstinstanzliche Schadenersatzurteil des Bezirksgerichtes Steyr bestätigt. Demnach ist die wegen eines Luchsabschusses vom Strafgericht rechtskräftig verurteilte Ingrid Wolfsteiner schuldig, dem Nationalpark Kalkalpen € 12.100,- Schadenersatz zu leisten. Überdies hat die Beklagte die bestimmten Kosten des zivilgerichtlichen Berufungs- und Revisionsverfahrens zu ersetzen (Presseinformation Nationalpark Kalkalpen, 11.1.17).

Luchs mit Jungem (Foto: ScienceVision)
Luchs mit Jungem (Foto: ScienceVision)

Während das Bezirksgericht Steyr eine strafrechtlich verurteilte Jägerin für einen von ihr gewilderten, streng geschützten Luchs zu einer Schadenersatzzahlung an den Nationalpark Kalkalpen verpflichtete, hat das Landesgericht Steyr als Berufungsgericht entschieden, dass das Schadenersatzbegehren abgewiesen wird. „Dieser Spruch des LG Steyr sorgte österreichweit für Aufsehen und Unverständnis, weshalb wir eine Revision beim OGH beantragt haben. Der Oberste Gerichtshof folgte unserer Rechtsansicht, wonach Nationalparks unter anderem die Aufgabe haben, artengeschützte Tiere zu schützen und deren Bestand zu sichern. Wiederansiedlungsprojekte, wie LUKA – Luchs in den Kalkalpen, werden gemeinsam mit der Jägerschaft, dem WWF, dem Naturschutzbund und den Österreichischen Bundesforsten im Auftrag der Republik Österreich, der Bundesländer und der Europäischen Union mit hohem Aufwand, viel ehrenamtlichem Engagement und nicht zuletzt mit Steuer- und Spendengeldern umgesetzt. Wir freuen uns über den Ausgang des Verfahrens, weil die OGH-Entscheidung wegweisend für alle Artenschutzprojekte in Österreich sein wird“, teilt Nationalpark Direktor Dr. Erich Mayrhofer mit.

Zusammen mit der Novelle des OÖ Jagdgesetzes, wonach die Verhängung eines Waffenverbotes künftig zum sofortigen Entzug der Jagdkarte führt und bei einer strafgerichtlichen Verurteilung wegen vorsätzlicher Schädigung des Tierbestandes – wie im Falle eines Luchsabschusses – die Jagdkarte nun für bis zu sieben Jahre statt bisher drei Jahre entzogen werden kann, stellt die OGH Entscheidung eine wirkungsvolle Unterstützung der Wiederansiedelungsprogramme von geschützten Tieren dar.

Rückfragehinweise: Dr. Erich Mayrhofer, Nationalpark Direktor, Tel. 0664-5248502; erich.mayrhofer@kalkalpen.at


NP Kalkalpen wendet sich an den Obersten Gerichtshof

Der Nationalpark Kalkalpen wendet sich an den Obersten Gerichtshof, denn ein abweisendes Schadenersatzurteil nach einem Luchs-Abschuss begünstigt die Wilderei an geschützten Arten (Presseinformation Nationalpark Kalkalpen, WWF und Naturschutzbund vom 28.10.16.).

Jungluchs (Fotograf: Michael Kronsteiner)
Jungluchs (Fotograf: Michael Kronsteiner)
Luchs "Juro" (Fotofalle, NP Kalkalpen)
Luchs "Juro" (Fotofalle, NP Kalkalpen)

Während das Bezirksgericht Steyr eine strafrechtlich verurteilte Jägerin für einen von ihr gewilderten, streng geschützten Luchs zu einer Schadenersatzzahlung an den Nationalpark Kalkalpen verpflichtete, hat das Landesgericht Steyr als Berufungsgericht entschieden, dass das Schadenersatzbegehren abgewiesen wird. Dieser jüngst ergangene Spruch sorgte österreichweit für Aufsehen und Unverständnis.

Die illegale Tötung stark gefährdeter und international geschützter Wildtiere ist kriminell und daher strafbar. Dass dafür keine Ersatzzahlung zu leisten sei, hat für den Nationalpark Kalkalpen, den WWF Österreich und den Naturschutzbund eine „fatale Signalwirkung für alle Artenschutz-Projekte in Österreich“. Mit derartigen Rechtsauslegungen werde Wilderei zum Kavaliersdelikt erklärt und potentielle Täter geradezu ermutigt, sich in der heimischen Natur zu „bedienen“ und sich so kostspielige Jagdreisen in ferne Länder zu „ersparen“. Der Nationalpark legte daher am 14. Oktober eine Revision gegen das abweisende Schadenersatzurteil ein und hofft, dass der OGH der Rechtsansicht des Bezirksgerichtes folgt.

Nationalparks haben unter anderem die Aufgabe, bedrohte Tiere zu schützen und deren Bestand zu sichern. Wiederansiedlungsprojekte wie LUKA – Luchs in den Kalkalpen – werden von ihnen im Auftrag der Republik Österreich, der Bundesländer und der Europäischen Union mit hohem Aufwand, ehrenamtlichem Engagement und nicht zuletzt mit Steuer- und Spendengeldern umgesetzt. „Es widerspricht dem Rechtsempfinden vieler Menschen in Österreich, dass sie für die illegalen Handlungen aufkommen sollen, die mühsam errungene Wiederansiedelungserfolge mit einem Schlag zunichte machen“, unterstreicht Josef Limberger, Obmann des Naturschutzbundes Oberösterreich. „Wenn der Wille des Staates, zum internationalen Artenschutz etwas beitragen zu wollen, einigermaßen glaubhaft sein soll, müssen solch schwächelnde Gesetze dringend repariert werden.“

Im 19. Jahrhundert ausgerottet, haben sich viele bei uns früher heimische Arten dank jahrelanger Bemühungen soweit erholt, dass sie nicht mehr unmittelbar vom Aussterben bedroht sind. Umso schwerer wiege es, wenn Einzelne eine gerade erst im Aufbau befindliche, fragile Population massiv gefährden. Erhebliche negative Auswirkungen des Steyrer Abweisungsurteils auf andere Wiederansiedlungsprojekte in Schutzgebieten, wie beispielsweise die Habichtskäuze im Wildnisgebiet Dürrenstein oder die Bartgeier in den Hohen Tauern, sind zu befürchten.

Christian Pichler vom WWF Österreich meint: „Es ist absurd, dass Österreich als einer der reichsten Staaten der Welt von den Ländern des Südens bedingungslosen Einsatz gegen die Ausrottung „exotischer“ Tierarten wie Tiger oder Nashörner erwartet, aber Wilderei mitten unter uns gesellschaftlich geduldet wird. Es wäre wohl das Mindeste, hätte der Grundbesitzer und Jagdausübungsberechtigte die moralische Größe, den Abschussvertrag mit der Täterin mit sofortiger Wirkung zu kündigen.“ Dem Vernehmen nach ist der so genannte Abschussvertrag zwischen der Täterin und dem Revierinhaber, dem Baufond der Katholischen Kirche Österreichs, Forstbetrieb Weyer, nach wie vor aufrecht. Von Minister Andrä Rupprechter fordern die NGOs einen politischen Fingerzeig gegen derartige Auswüchse der Wilderei und ein deutliches politisches Bekenntnis für den Erhalt bedrohter Alpentiere, zumal das Umweltministerium viele Artenschutzprojekte selbst mitfinanziert.

Rückfragehinweise:
Dr. Erich Mayrhofer, Nationalpark Direktor, Tel. 0664-5248502; erich.mayrhofer@kalkalpen.at
Claudia Mohl, Pressestelle WWF Österreich, Tel. 0676/83 488 203, claudia.mohl@wwf.at
Josef Limberger, Naturschutzbund Oberösterreich, Tel. 0660/2651367, Limberger_Josef@gmx.at

 


Besuch des IUCN-Gutachters

Der Rothwald, der größte Fichten-, Tannen- und Buchenurwald der Alpen soll UNESCO-Weltnaturerbe werden. 
Eine Auszeichnung die bedeutet, dass er auf Grund seiner Einzigartigkeit und Authentizität weltbedeutend ist. Mit dem Besuch des IUCN-Gutachters (Weltnaturschutzorganisation) Dave Mihalic ist ein weiterer Schritt gesetzt, um diese Anerkennung in Österreich erstmalig zu erhalten.

Bei der Gelegenheit konnten wesentliche Details in einem persönlichen Gespräch mit der Schutzgebietsverwaltung, dem Tourismus, einem Vertreter aus der Region und den Österreichischen Bundesforsten geklärt werden. Dabei wurde sichtbar, dass ein Weltnaturerbe ein sehr positiver Impuls für die Region werden kann.

Im Anschluss konnte der Experte, dem herausfordernden Wetter trotzend, bei der Begehung der nominierten Flächen deren Zustand überprüfen und dokumentieren. Mihalic war von dem Gebiet sehr beeindruckt und ließ sich auch von dem Regenwetter nicht abschrecken. Nass bis auf die Haut wurden die Flächen gewissenhaft begutachtet und ihr Zustand erfasst. Die Inspektion bildet die Grundlage für seine Stellungnahme und ist somit wichtig für den weiteren Prozess.

Im Dezember findet die erste Sichtung des Gutachtens statt. Bis dahin sind vorerst alle Schritte in die Wege geleitet. Damit ist die Erlangung der Auszeichnung als Naturerbe, was bedeutet dass es auf Grund seiner außergewöhnlichen Bedeutung erhalten werden muss, ein Stück näher gerückt.

 


BM Rupprechter und LR Pernkopf im Wildnisgebiet

BM Rupprechter, LR Pernkopf und WGD-Ranger Reinhard PeknyAm 16. September 2016 besuchten Bundesminister Andrä Rupprechter und der niederösterreichische Naturschutzlandesrat Stephan Pernkopf gemeinsam mit zahlreichen weiteren Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Medien das Wildnisgebiet.

Bei Kaiserwetter konnten sich die Gäste von der Einzigartigkeit des Gebietes überzeugen.  Die Eindrücke im Urwald Rothwald hinterließen ihre Spuren bei den Gästen: Die Lebens- und Zerfallszeit eines Baumes, die im Wald-Ökosystem zwischen 1.000 und 1.500 Jahre umfasst, sowie die Baumhöhen von bis zu 60 Metern forderten den Besuchern Respekt und Demut ab.BM Rupprechter_Besuch2

BM Rupprechter zeigte sich von der Schönheit des Gebietes beeindruckt und kündigte einen weiteren Besuch mit Gästen an. Auch Landesrat Pernkopf, der schon fast Stammgast im Wildnisgebiet Dürrenstein ist, betonte, dass das Wildnisgebiet ein „Leuchtturmprojekt“ in der Naturschutzarbeit des Landes Niederösterreich sei und gratulierte den MitarbeiterInnen der Wildnisgebietsverwaltung zu deren Arbeit.

Nach einer ca. 1,5-stündigen Wanderung klang der Tag bei einem Imbiss im Jagdhaus Langböden aus.

Alle Fotos: NÖN / Christian Eplinger